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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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ſinken laſſen, ausgenommen ein einziges Mal: ich meine bei dem Sterbebette des ſeligen Vaters?

Ach nein, liehe Mutter! Doch Du gehörſt auch zu den Ausnahmen, und ich weiß noch recht gut, was Vater ſo oft ſagte.

Was denn? fragte die gute Frau mit einer Miene, die vergnügt genug ausſah, daß man daraus ahnen konnte, ſie wußte ſchon recht gut, was ſie ver⸗ nehmen würde doch es gibt Worke, deren ſchmei⸗ chelnder Laut dem Ohre immer gefällt.

Sehr oft ſagte Bater: liebe Frau, hätteſt Du nicht Deine ſchönen Hoffnungen und prächtigen Träume, ſo könnten wir nimmermehr in unſerer Armuth ſo reich und fröhlich ſein.

Frau Emerentia wiſchte ſich mit der verwendeten Hand die Augen.

Die gute Seele! ſagte ſie leiſe,bis an ſeinen letzten Augenblick glaubte er mir und meinen Prophe⸗ zeiungen.

Doch die Träume und Hoffnungen gingen ja nie⸗ mals in Erfüllung! erdreiſtete ſich Blenda nach eini⸗ gem Stillſchweigen einzuwenden.

Nun, was hat das zu bedeuten! Wir waren ja glücklich, ſo lange wir ſie hatten, und manchmal ſchlu⸗ gen ſie ja wirklich ein.

Blenda drückte die Hand der Mutter voller Zärt⸗ lichkeit an ihre Lippen. Jetzt war ſte es, die da wußte, was kommen würde.

Zehn Jahre lang, fuhr Frau Emerentia fort, ja zehn volle Jahre nach meiner und des ſeligen Va⸗ ters Hochzeit träumte ich ſtets, daß der gute Gott unſer Gebet erhörte und uns mit einer guten und ſchönen Tochter ſegnete. Nun, ſchlug der Traum fehl? In

dem eilfien erblickteſt Du das Licht, und von dieſem

Augenblicke an wurden wir trotz unſerer Armuth und gegen Etwas muß man wohl hier in der Welt