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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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ankämpfen immer glücklicher, denn nun hatten wir Dich, für die wir Luftſchlöſſer bauen konnten.

Blenda lächelte, und man konnte nichts Schöneres ſehen, als dieſes Lächeln: es war die Seele eines En⸗ gels, über dem Rande eines bethaueten Roſenkelches ſchwebend.

In dieſem Augenblicke ſchien die Sonne da ſie eben im Begriff ſtand, hinter den mit Blumen bedeck⸗ ten Hügeln hinabzuſtnken gleichſam ihr ganzes Gold zu ſammeln, um daſſelbe durch das offene Fenſter in die Kammer zu werfen, wo das junge Mädchen ſich auf die Stuhllehne herabneigte. Blenda's blonde Locken erhielten einen prachtvollen Glanz, während ein gan⸗ zes Diadem von glänzenden Strahlen ihre weiße Stirn umſpielte. Doch die Macht der Sonne zwang ſie, die tiefblauen Augen zu ſchließen, und während das feine Augenlied ſich ſchützend über dieſe treuen Spiegel ihrer Seele zog, während die dunkeln Augenwimpern, in denen noch eine Thräne glänzte, ſich auf der ſammtweichen Wange zeichneten, betrachtete die Mutter in der Ent⸗ fernung mit einer Art von vergötternden Anbetung das ſchöne jungfräuliche Kind denn Blenda war kaum ein erwachſenes Maͤllchen.

Die Sonne zog hinweg, und unſere Heldin ſchlug ihre ſchönen Augen wieder auf.

Was betrachteſt Du ſo, liebe Mutter?

O, Nichts... doch wollen ſehen, wollen ſehen, ob nicht meine kleine Blenda einſt in einem reichen, ſchö⸗ nen Wagen mit einem prächtigen Wappen fährt ich habe ihn ſeit Deiner Geburt ſchon immer im Traume geſehen.

Jetzt mußte Blenda herzlich lachen.Ganz ge⸗ wiß, ſn ſte,kommt irgend ein großer und mäch⸗ tiger Herr hieher in dieſen Winkel und ſucht mich auf!

Ich behauptete ja nicht, daß einer hleher kommt... warum aber ſollten wir denn jetzt noch hier bleiben, da wir zu unſerer Freude weiter nichts mehr haben,