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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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ſitzeſt, Blenda, ſaß ich und ſchlug das ſchöne Accom⸗ pagnement zu Ritter Kuno an, als Swen Göran mir ſeine Brautwerbung in's Ohr flüſterte, und an eben dieſer Stelle gab meine Mutter, die in dem Hauſe der ſeligen Großmutter erzogen wurde, einem ſteinreichen Baron drei Mal den Korb und endlich meinem ſeligen Vater das Jawort. Und bei allen dieſen intereſſanten wiiitheilungen ſchlug das Herz der jungen Blenda ebhaft.

Sie konnte es nicht laſſen, davon zu träumen, wie wahrſcheinlich auch dereinſt, wenn ſie ihre Lieblings⸗ arie über denRitter Egbert Montabor ſang, ſie in ähnliche Verlegenheit gerathen würde, gleich derjeni⸗ gen, in welcher ihre Mutter und Großmutter ſchon geweſen waren, und wie ſie ſich dann in der Einbil⸗ dung mit den Antworten ſchmeichelte, die ſte einem ſol⸗ chen Anbeter geben wollte.

Doch ſo ſchön Blenda auch ſang, ſo fleißig ſie auch nach den Methoden ihrer Mutter und des Orga⸗ niſten ſpielte, ſo vieles Gefühl ſie auch in ihre Stimme legte, es wollte kein Jüngling durch den Hain gegan⸗ gen kommen.

Statt ſeiner kamen die Krankheit und der Tod die Armuth war eine alte Vertraute und nun ſchwieg der Geſang, und die Hoffnungen verloren ſich in Zwei⸗ fel, denn viele trübe Wolken waren auf einander gefolgt von dem Tage an, da ihr Vater ſich auf das Kranken⸗ bett legte, um ſich nie wieder zu erheben, bis auf den heutigen, da das Maß der Betrübniß voll wurde durch die Hinwegführung des Familienkleinodes.

Um dem alten Klaviere, welches den beſten Theil ſowohl ihrer Vergnügungen, als auch ihrer Erziehung gebildet hatte, noch ein Lebewohl nachzuſenden, hatte Blenda ſich an das Dachfenſter geſtellt, und als ſie noch mit der Mutter redete, da verſchwand daſſelbe ihren

Blicken; die Träger hatten den Waldweg erreicht.

Ich tadle Nichts: ich weine! hätze, das junge