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Der Professor und seine Schützlinge : fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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Ach, nun weiß ich es, erwiederte der Alte, und ein Lächeln der reinſten Befriedigung ſpielte um die bleichen Lippen.Gott ſegne Euch, Kinder, für die Freude, die Ihr mir dadurch bereitet habt! Laßt ſie hereinkommen!

Roſa öffnete raſch die Thüre und winkte den Wartenden, näher zu treten. Wallinder führte oder trug vielmehr ſeine zitternde Braut über die Schwelle zum Bette hin.

Tief erſchüttert beim Anblick des geliebten Alten ſank Hilda ſchluchzend an ſeinem Ruhebette nieder.

Nicht ſo, Kind, ſagte der Profeſſor und bemühte ſich, ſeinem ſchwachen und matten Tone einige Feſtigkeit zu geben, indem er eine Thräne im Auge zerdrückte. Der alte Ling mußte ja doch einmal hinüberwandern. So ſieh' jetzt hübſch empor! Du blühſt ja wie eine Roſe, Hilda; und dies iſt alſo Dein Bräutigam? Willkommen, herzlich willkommen, Ihr Beide! Der Blick des Pro⸗ feſſors ruhte mit Wohlbehagen auf Wallinders edler Ge⸗ ſtalt. Dieſer beugte ſich tief über die Hand des Greiſen und drückte ſie mit warmer Rührung an ſeine Lippen.

Mun, wie habt Ihr es denn angefangen, meine Kinder, daß Ihr mir dieſe Ueberraſchung bereiten konntet? ſprach endlich der Profeſſor und ſah fragend im Kreiſe umher.

Ich berieth mich mit Mannerſtedt und Ferdinand, beſter Onkel, begann Roſa,und dann ſchrieben wir alle Drei an Hilda und Wallinder, die mit Freuden in den Vorſchlag eingingen, und es konnte ſich um ſo leichter bewerkſtelligen laſſen, als ſite auf alle Fälle nächſten Monat Hochzeit gemacht hätten, Wallinder ließ ſich ſogleich aufbieten! einer ſeiner Amtsbrüder nahm es auf ſich, ſeinen Dienſt zu verſehen, und jetzt ſind ſie hier, um an demſelben Tage wie wir unter den Augen unſeres geliebten Onkels zu einem ganzen Leben voll Glück und Frieden eingeſegnet zu werden.

Das geht ja im Galopp mit Deiner Erzählung,