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Der Professor und seine Schützlinge : fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
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aus dem Kopf bringen zu können. Im Uebrigen hoffte er, ſich mit dem Schwiegerſohne auszuſöhnen, den ihm das Schickſal gegeben hatte.

Die Kommerzienräthin ſaß in der anmuthigſten Stellung auf dem Sopha, bereit, ihren alten Guͤnſt⸗ ling zu empfangen, den ſie ſich mit wahrer Freude als Sohn dachte.Höre, Roſa, meine Liebe, erzähle mir ein wenig! Iſt er noch eben ſo hübſch und liebens⸗ würdig, wie ehemals?

Ach! antwortete Roſa,hübſch iſt er freilich, weit hübſcher, als er je war; und was die Liebens⸗ würdigkeit und Anmuth betrifft, ſo mag Mama ſelbſt darüber urtheilen. Da kommt er mit Ferdinand! Die Herren traten ein, und der Kommerzienrath ging ſelbſt mit wichtiger Miene ſeinem künftigen Schwieger⸗ ſohne entgegen.

Nun, mein Lieber, bei dieſen wohlbe⸗ kannten Tönen flog eine alte Erinnerung durch Man⸗ nerſtedt'»s Seele, und er erwartete nichts mehr und nichts weniger, als daß er jetzt die oft vernommenen Worte wieder hören würde:Nun, mein lieber Kan⸗ didat, wird Er nicht u. ſ. w.; aber ſtatt deſſen kam Folgendes:

Nun, mein lieber Rector Mannerſtedt, willkom⸗ men! Als Freund und Sohn in meinem Hauſe willkommen! Der Profeſſor, der Ehrenmann, hat die Sache in Ordnung gebracht. Wir wollen alſo keine weitern Umſtände machen, oder lange Reden halten. Und mit dieſen Worten ſchloß der Kom⸗ merzienrath zwar noch etwas wichtig, aber im Ganzen doch recht väterlich, den jungen Mann in ſeine Arme. Mannerſtedt's Aeußeres, ſein Weſen und ſeine Haltung machte Eindruck auf ihn, und mit ſichtlichem Wohl⸗ wollen führte er ihn zu ſeiner Frau.

Herrgott, Mannerſtedt, mein lieber Junge! rief Madame Widen halb weinend, halb lachend,wie