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Der Professor und seine Schützlinge : fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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des Profeſſors. Der Greis lag angezogen auf dem

Sopha und war gerade im Begriff, ſeine Morgenpfeiſe

zu rauchen; aber es wollte nicht recht gehen, er war zu ſchwach.

Wie geht es heute, beſter Onkel? fragte Roſa theilnehmend und beugte ſich herab, um den gewöhn⸗ lichen Stirnkuß zu empfangen.

Nun, nun, mein Kind, es geht ſo ſo! Ich erwarte nur Mannerſtedt.

Ach, und ich! ſprach Roſa in einem Tone, der von der höchſten Ungeduld zeugte,ich ſterbe beinahe vor Sehnſucht. Die Stunden wachſen zu Tagen und die Tage zu Ewigkeiten.

Ja, ja, meine Liebe, ſo iſt es, wenn man jung iſt und das Blut friſch und warm durch die Adern rennt; doch gehe jetzt in das gelbe Zimmer hinein, mein Mädchen, und hole das Buch, aus dem Du mir gewöhnlich vorlieſeſt. Wir müſſen Allem aufbieten, um uns in der Geduld zu üben.

Ja, das braucht es wahrhaftig, meinte Roſa, und öffnete die Thüre. Aber mit einem heftigen Freu⸗ denſchrei fiel ſie in Mannerſtedt's ausgeſtreckte Arme, und an ſein heftig klopfendes Herz. Drinnen wurde Alles ſtille, ſtill wie im Grab.

Nun, wie ſteht es, Kinder? fragte der Profeſſor, und ſtützte ſich lauſchend auf einen Ellbogen.Kommt herein, daß ich Euch ſehen kann; kommt, ſage ich!

Die Stimme ihres irdiſchen Schutzengels weckte die Glücklichen zum Leben und zur Wirklichkeit.

Abgott meiner Seele, meine Geliebte, mein hol⸗ des Mädchen! ſagte Mannerſtedt und betrachtete mit unausſprechlichem Entzücken das reizende, von tauſend Purpurwolken bedeckte Geſicht; er blickte in den reinen, offenen Himmel des blauen Auges und küßte die glü⸗ hend rothen Lippen noch röther.

Da ſchob ihn Roſa leiſe zurück und flüſterte:Der