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Der Professor und seine Schützlinge : fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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Teufel, wenn ich den Herrn wieder erkenne, ſetzte er hinzu, indem er das Licht gegen Mannerſtedt hielt, und mit wahrer Ueberraſchung ſah, wie ſich der ſchöne ſchlanke Jüngling in einen kraftvollen und herrlichen Mann verwandelt hatte, deſſen edle und angenehme Züge in vollkommener Harmonie mit der Würde ſtan⸗ den, die ſeiner ganzen Haltung aufgeprägt war. Die prieſterliche Tracht, der kleine Halbkaftan, der ſich mit ſeinen Falten zierlich an einen vortheilhaften Wuchs anſchließt, und unſere jungen Geiſtlichen ſo wohl kleidet, gab Mannerſtedt's etwas bleichem Ge⸗ ſichte, das jetzt von einem dunklen und ſorgfältig ge⸗ pflegten Backenbarte beſchattet war, einen neuen und eigenen Reiz.

Ferdinand rief noch einmal;Hol' mich der Teu⸗ fel, wie ſich der Herr zu ſeinem Vortheil verändert hat! Mannerſtedt lachte und erwiederte: daß er in Beziehung auf den Herrn Kapitän ganz derſelben An⸗ ſicht ſei.

Nun, es iſt aber doch lächerlich, rief Ferdinand mit einem munteren Gelächter,daß wir wie ein paar

aeerden hier ſtehen und einander bekomplimentiren.

eberlaſſen wir das unſern Bräuten, die ſich doch am beſten auf die Schätzung unſeres Werthes verſtehen, wenn ſie es uns auch nicht anvertrauen.

Ach, wenn es nur ſchon Morgen wäre! ſeufzte Mannerſtedt.

Geduld! ermahnte der Kapitän,einige Stun⸗ den müſſen wir ſchon allein todt zu ſchlagen verſuchen. Um damit zu beginnen und bei dieſen Worten og er den Pfropf aus einer ſchäumenden Champagner⸗ donteillelaß uns auf die Geſundheit unſerer Mädchen trinken. Doch nein, zuerſt den Willkomms⸗

und Brudertoaſt; denn Herr Kapitän und Herr Rector

lautet doch gar zu fremd für uns, die wir ja in meinem alten redlichen Onkel einen Vater verehren und von ihm Söhne genannt werden. 25⸗