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Der Professor und seine Schützlinge : fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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8 Weithin in jene ſeligen Räume ſchwebten Man⸗ nerſtedts Gedanken, während er blitzſchnell auf der Straße nach H dahineilte. Die vergangene Zeit, wo er ſich als armer Muſiklehrer auf der Schwelle des reichen Kommerzienraths verbeugt hatte, und nachher allmählig in der Gunſt geſtiegen war, bis er endlich eine Art Hausfreund wurde; alles das lag in einem dunklen Dämmerlichte, und nur der Abend, wo ihm Roſa das Gelöbniß ihrer Liebe und Treue gab, ſtand wie ein heller und ſtrahlender Stern am Himmel ſeines Lebens und leuchtete ihm jetzt freundlich zu dem Orte hin, wo ſeine Seele während der verfloſſenen Jahre mit Sehnſucht und Liebe geweilt hatte.

Der Profeſſor hatte mit Fleiß den für Manner⸗ ſtedts Ankunft feſtgeſetzten Tag verheimlicht, ſo ſehr auch Roſa bat, um ihn zu erfahren. Es war ſchon Mitternacht vorüber, als Mannerſtedt zu Folge der Einladung ſeines alten Freundes, bei ihm zu wohnen, am Hauſe des Profeſſors anfuhr. Madame Brun, die auf ſeine Ankunft vorbereitet war, kam herab und em⸗ pfing ihn, und auf der Treppe ward er vom Kapitän begrüßt, der ihm im Schlafrock und Pantoffeln entge⸗ genſprang und ihn brüderlich an die Bruſt drückte, Arm 3 in Arm wanderten die beiden jungen Maͤnner in den Saal hinauf.

Wir müſſen uns ſtille verhalten, flüſterte Fer⸗ dinand;der Onkel iſt ſchwach und eben eingeſchlum⸗ mert. Deßhalb iſt es beſſer, wir gehen auf mein Zimmer, und Madame Brun iſt ſo gütig und ſorgt dafür, daß wir eine kleine Erfriſchung hinauf bekommen. Hie⸗ mit ging der Kapitän voraus und zeigte den Weg, während Mannerſtedt leiſe nachſchlich. Als ſie in ein elegantes, ja ſogar dafür, daß es im Hauſe des Pro⸗ feſſors Ling war, beinahe uͤppiges Zimmer gekommen waren, bot Ferdinand dem erwarteten und theuren Gaſte noch einmal die Hand, und ſagte herzlich: Willkommen, beſter Heyr Rector! Aber fol' mich der

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