— 2 ⏑—*
——-———
14—9—— ⏑—
—
2.3
—
351
Anſtrengung ermattet gegen die Rücklehne des Sopha's zurückfiel.„Der alte Ling wird bald zur Ruhe gehen, das fühlt er an ſich; aber Du wirſt Dich bisweilen des Greiſen erinnern, nicht wahr, mein Mädchen, und ihm
einen Seußzer weihen, als den einzigen kleinen Dorn
unter den friſchen Roſen Deines Lebens? Doch auch dieſes Schmerzgefühl wird allmählig ſeine Bitterkeit ver⸗ lieren, und ſich in eine ſtille Sehnſucht nach Vollkommen⸗ heit verwandeln. Doch dieſes Ziel können wir hienieden nicht erreichen. Vollkommenheit gibt es erſt über den Sternen.“
Von ſtillen, heiligen Empfindungen erfüllt, beugte Roſa ihre Knie, und legte die magere, knochigte Hand des Alten über ihr thränenvolles Auge.—„O, mein Vater,“ ſeufzte ſie tief,„das Gemälde dieſer Zeit zer⸗ reißt mein Herz, und meine Seele füllt ſich mit Kummer bei der Vorſtellung, daß es nur Karolinen vergönnt ſein wird, dieſe geliebten Augen zu ſchließen, die ich gerne für die lange Ruhe zugeküßt hätte.“
„Ich hoffe, meine Roſa,“ ſagte der Profeſſor mit einem ſanften Lächeln, während er mit der Hand ihre von Schmerz und Unruhe blaſſe Wange ſtreichelte,„ich hoffe mit Gottes Hülfe, Du wirſt dieſen kleinen Neid nicht mit Dir nehmen müſſen. Das glaub' ich und hoff' ich!“
„O nein, nein!“ unterbrach ihn Roſa laut weinend. „Sprechen Sie nicht weiter; tauſendmal lieber will ich alle meine ſüßen Tochterpflichten an Karolinen abtreten. Ich weiß ja, daß ſie ſie wohl erfüllen wird.“
„Ja, meine Liebe, das glaub' ich auch; aber ich würde dann doch am liebſten euch Beide, ja alle Viere bei mir ſehen. Ich möchte ſogar wünſchen, daß mein Bruder und ſeine Familie, vor allem Hilda, hier wäre. Es war ein braves Mädchen, und ſiehſt Du, Roſa, wenn man fühlt, daß es mit Einem zu Ende geht, wenn man
— ⁴——
———
———
—


