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Der Professor und seine Schützlinge : fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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ſich auf die lange, wichtige Fahrt reiſefertig machen muß, dann vergißt ſich alle Bitterkeit, jeder kleinliche Verdruß und die unſeligen Beſtandtheile des Erdenlebens. Man möchte ſo gerne verzeihen, und ſelbſt Verzeihung gewin⸗ nen; man fühlt eine Sehnſucht in ſich, ſie alle an's Herz zu drücken, mit denen man durch die Bande der Verwandtſchaft und Freundſchaft verbunden iſt. Doch wir müſſen uns mit dem bloßen Gedanken begnügen, da es nicht anders geſchehen kann..

Nach einer kleinen Pauſe fing der Profeſſor wieder an:Ich habe jedoch einen Brief an meinen Bruder und einen zweiten an Hilda geſchrieben, die Ihr unter meinen Papieren finden werdet. Dieſe ſollt Ihr ihnen mit dem Trauerbriefe ſchicken, der ſie von meinem Hin⸗ gange unterrichtet. Ich habe auch an Hilda gedacht. Sie und Du, mein Kind, haben eine gleich große Gabe erhalten, und mit Ausnahme einer beſondern kleinen Freundesgabe an Mannerſtedt und einer ähnlichen an meinen armen Bruder, gehört der Reſt Ferdinand; und ich hoffe mit Gottes Hülfe, daß ihr alle mit meinen

Anordnungen zufrieden ſein werdet. Roſa konnte nichts erwiedern. Die bitteren Gedan⸗ ken, die ſie bei der Vorſtellung von dem Hingange des geliebten Greiſen erfüllten, drangen zu tief in ihre Seele und fanden keine Worte; ſie konnte nur leiſe ſchluchzen.

Jetzt mußt Du nach Hauſe, mein Mädchen, ſprach der Profeſſor, der mit inniger Theilnahme ihren Schmerz ſah, ohne ihn lindern zu können.Ich bedarf der Ruhe, und Du mußt Dich auch hinlegen und von Deinem Bräutigam träumen.

Roſa ſtand auf, drückte noch einen Kuß auf die häter⸗ liche Hand, und ging dann, um Madame Brun zu ifen.

Am folgenden Morgen, als Roſa ihren treuen Freund

beſuchte, fand ſie Ferdinand in der höchſten Unruhe und Sorge neben dem Ruhebette ſitzen, auf dem der Profeſſor