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Der Professor und seine Schützlinge : fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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ſeinem Tanzen einen Ausdruck, der ſeine zarte Schüch⸗ ternheit von Niemand bemerkt werden ließ, als von ihr, der einzigen, die ihn je zittern machen konnte. Bei einer Pauſe warf der Jüngling einen faſt trotzigen Blick im Saal umher, um zu ſehen, ob ſich eine Lippe zu einem verächtlichen Lächeln kräuſelte. Wie es ſich damit verhielt, war jedoch nicht ganz ausgemacht; denn Mannerſtedt war kurzſichtig, und konnte überdieß die mitleidigen Bemerkungen von einer und der andern entlegenen Gruppe nicht hören.

Ach! ſehen Sie, meine Beſte, der arme Kandidat hat ſich auf die Beine gemacht, und tanzt, und das mit der Göttin des Tages ſelbſt! Das iſt gewiß, ſie iſt zu lieb, die Fräulein Widen, man kann ihrem ſchönen Geſicht nicht das geringſte Zeichen von Unluſt anſehen, obwohlümen ſich leicht denken kann, daß es ihr im höchſten Grad beſchwerlich ſein muß, mit einem ſolchen Kavalier zu tanzen. Ich möchte wünſchen, daß alle unſere jungen Damen daran ein Beiſpiel nähmen. Denn, meine liebe Madame T-, iſt es nicht entſetzlich mit anzuſehen, wie die Mädchen heutzutage den Mund verziehen, und auf die Garnirung ihrer Kleider nieder⸗ ſehen, wenn ein armer Ladendiener, mag er auch noch ſo hübſch ſein, oder irgend ſo ein armer Jüngling wie der dort, ſie engagirt? Nein, da haben ſie nie eine Tour frei! Aber kommt gleich darauf ein Offizier oder ein Hofgerichtsnotar, oder irgend ein Buchhalter, der die Ausſicht hat, bald ſein eigenes Komptoir zu eröff⸗ nen, ſo ſind ſie ſogleich bereit, und werden kaum roth, wenn der Verſchmähte ihnen einen unwilligen Blick über ihre Aufführung zuwirft.

Ach ja; aber ich meine doch, erwiederte ein an⸗ deres Frauenzimmer,daß Herr Mannerſtedt ſein Tan⸗ zen wenigſtens ſo lange hätte aufſchieben können, bis er ſich durch ſeine Lektionen einen neuen ſchwarzen An⸗ zug erſpart gehabt hätte.

Da hätte er gewiß zu lange warten müſſen, fing 4