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Roſa beſann ſich ein wenig.„Den fünften Walzer, Papa'chen,“ antwortete ſie.
„Gut,“ ſprach der Kommerzienrath;„Herr Man⸗ nerſtedt engagirt Dich darauf“— und damit ging der übermüthige Mann weiter, ohne die erröthenden Wangen und die niedergeſchlagenen Augen des Jünglings eines einzigen Blickes zu würdigen. Roſa ſtand vor ihm, und erwartete, daß er die Worte des Vaters bekräftigen ſollte; aber die Gefühle, die in ihm ſtritten, waren ſo mannigfaltig, daß er keinen Laut über ſeine Lippen bringen konnte: beleidigter Stolz— die zarteſte Saite bei einem armen, abhängigen Jüngling— über die unhöfliche Einmiſchung des Kommerzienraths; die Furcht, den zu erzürnen, der auf eine gewiſſe Art ſein Gönner geweſen war; das peinigende Gefühl der Scham, wenn er an die Blicke dachte, womit die Geſellſchaft ihn betrachten würde, und endlich ein anderes Gefühl, das mächtigſte von allen, aber das gerade deshalb den drei übrigen das Gleichgewicht hielt,— die Luſt, die Selig⸗ keit, mit Roſa zu tanzen, deren bloßer Anblick ihn bisher mit den vielen bittern und kränkenden Stunden verſöhnt hatte, die er in dem Hauſe des Kommerzienraths er⸗ leben mußte.
Das gute, feinfühlende Mädchen begriff beinahe ganz das wahre Verhältniß der Sache. Sie kannte ihren Va⸗ ter, und ſah ein, daß er es geweſen war, der den armen Mannerſtedt in dieſe Verlegenheit gebracht hatte. In dem ſüßeſten Tone ſprach ſie;„Papa möchte ſo gerne heute Abend Jedermann heiter ſehen, und gibt vielleicht des⸗ halb nicht ſo Acht auf die Neigung und den Geſchmack ſeiner Gäſte. Dies geſchieht jedoch bloß aus wohl⸗ meinendem Streben; und wenn es nicht ganz und gar gegen den Vorſatz des Herrn Mannerſtedt ſtreitet, zu tanzen, ſo können wir ihm ja das Vergnügen machen.“
Der junge Mann warf ihr einen Blick zu, der nur dankbar ſein ſollte; aber dieſer Blick jagte Roſa das Blut in die Wangen. Da ſenkten ſich ſeine Augen ſchnell, und in ziemlich ruhigem Tone ſprach er:„Wenn Fräulein


