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Der Professor und seine Schützlinge : fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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hinter dieſem hervorſchimmernd, entweder das einträg⸗ liche Rectoramt an einer höheren Schule, oder wer weiß, irgend eine Pfarrſtelle in dem Schatten von hohen Linden. Ein wenig zu träumen muß ja immer erlaubt ſein; ohne dieſes glückliche Vermögen, ohne eine freund⸗ liche Hoffnung für die Zukunft würde ja das Streben der Gegenwart ſtets gelähmt ſein.

Gerade als Mannerſtedt auf's Neue von einem jener Sonnenſtiche beläſtigt ſchien, die wir bereits er⸗ wähnt haben, und die ihn bewogen, ſeine Augen wieder zu bedecken, ging der Kommerzienrath vorbei. Er blieb ſtehen, klopfte dem Jüngling mit einer Gönnermiene auf die Schulter, und ſagte laͤchelnd:Nun, wie ſteht's, mein lieber Kandidat? wird Er keinen Tanz machen? ſolche Vergnügungen kommen nicht alle Tage. Auf, und ſchüttele Er den Bücherſtaub von ſich.

Mannerſtedt entſchuldigte ſich damit, daß er in den letzten Jahren nicht mehr getanzt habe; aber die eigent⸗ liche Urſache war, daß er ſeinen Anzug und dadurch ſich ſelbſt zu einem herzloſen Geſpötte der Zuſchauer zu machen fürchtete; denn dieſe hätten wahrſcheinlich einen unwiderſtehlichen Reiz in den Lippen gefühlt, wenn ſie ihn mit ſeinen kurzen Beinkleidern und dem engen Fracke erblickten. Aber einen andern Willen zu haben, als der Kommerzienrath, taugte nichts, um ſo mehr, wenn man jeden Samſtag ſeine drei Thaler Banko empfing, und überdies auf alle Sonntage Mittag eingeladen war.

Er ſoll tanzen, mein Freund, fuhr der Groß⸗ händler in ſeinem ſanfteſten Tone, jedoch auch mit einem Nachdruck fort, der keine Einwendungen duldete; aber da er gewahrte, daß Mannerſtedt die unerhörte Kühnheit hatte, mit einer zweiten höflichen Verbeugung und einem nicht unmerklichen Kopfſchütteln eine neue Weigerung vorzubringen, rief der Kommerzienrath ſchnell ſeiner Tochter, welche eben den Walzer mit dem Kapitän endigte. Roſa kam freundlich und heiter zu ihrem Vater her, und dieſer fragte ſie:Welche Tour haſt Du zunächſt frei?

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