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Der Professor und seine Schützlinge : fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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Aeußerung abbitten zu wollen ſchien. Sie ſchwieg je⸗ doch, und er führte ſie wieder in den Saal hinein, in das brauſende, feurige Leben.

Wollen wir einen Walzer machen? fragte er leiſe und freundlich und deutete auf die bunte Reihe, liebe, gute Roſa! bat er ſchmeichelnd, als ſie einen Augenblick ſchwieg,ſei mir nicht böſe!

O nein, Ferdinand, das bin ich gewiß nicht; aber...

Keine Aber, fiel der Kapitän lebhaft ein, und zog ſte mit ſich fort in den Strom der muntern Ballgäſte.

In einer Ecke des Saales ſtand einſam und ſchwei⸗ gend, an einen kleinen Marmortiſch gelehnt, ein bleicher, feiner Jüngling von hoher, aber ſchlanker Geſtalt. Seine Züge waren edel und bildſchön; auf der hohen weißen Stirne thronte Ernſt und beſonnene Ruhe; aber in dem dunkelblauen Auge flammte bisweilen eine ver⸗ zehrende Gluth, wenn es auf einen gewiſſen entfernten Gegenſtand im Saale traf; ſonſt ſchien es nur ſanft, gut und grundehrlich. Jedesmal, daß jene Flamme empor glühte, legte er die Hand über die Augen, und ſchüttelte gedankenvoll die reichen, braunen Locken bei Seite, die ſich um ſein ſchönes Haupt kräuſelten. Der Anzug des Jünglings war ſchwarz und bewies durch ſein abgetra⸗ genes Ausſehen und die weißgewordenen Nähte, daß er einem jener armen Gelehrten zugehörte, welche ſich durch die Prüfungsſchule und die Vorhöfe der Armuth langſam in das Heiligthum der Wiſſenſchaft hinein arbeiten. Es war ein junger Kandidat der Philoſophie, Franz Manner⸗ ſtedt. Als Lehrer der Muſik und der Sprachen in dem reichen Bankierhauſe war er mit einer Einladung zu dem großen Feſte beehrt worden. Der arme Mannerſtedt ſtrebte nach einem Ziele, das zwar für gegenwärtig noch in weiter Ferne ſchien, es aber bei ſeinem Fleiß und ſeiner Beharrlichkeit nicht lange bleiben konnte; dieſes ſchöne und lichte Ziel war der Lorbeerkranz*) und

*) Des Baccalaureus.