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ihrem ſtillen und lieblichen Weſen, welche ſie überall
ſo geſucht und geliebt machte.
„Ich brauche dieſe Verſicherungen nicht,“ ſagte ſie ſanft, und legte die Hand auf die Lippen ihres Bräu⸗ tigams, als dieſer mit mehr als gewöhnlicher Beredt⸗ ſamkeit den Umfang ſeiner Liebe und die Größe ſeines Glücks betheuerte.„Wozu dienen ſie? ich weiß ja, daß Du mir herzlich gut biſt, und warum ſollte ich das heilige Verſprechen erneuern, das ich Dir vor einigen Tagen in Gegenwart meiner Mutter gab? Ich habe hinreichend Achtung vor Dir, um mein zukünftiges Glück mit Ruhe und Zufriedenheit in Deine Hände zu legen; und wenn ich nicht im Stande bin, die Hef⸗ tigkeit der Gefühle zu theilen, welche bei Dir eher einem verheerenden Sturme als dem Hauche einer ruhigeren und ſtillen Liebe gleichen, ſo ſchreibe dieß meinem Temperamente, nicht meinem Herzen zu; denn dieſes iſt Dir gewiß gut.“
Die Wangen des Kapitäns flammten immer ſtär⸗ ker, immer fleißiger drehte er an dem geſchmeidigen Schnurrbarte, und der heftige Druck der Zähne auf die Oberlippe bewies, daß er eine ſtarke und nicht eben angenehme Gemüthsbewegung fühlte.
„Meine gute, geliebte Roſa,“ ſagte er mit erzwun⸗ gener Faſſung,„verzeihe mir, wenn meine Gefühle ſich nicht ſo äußern, wie Du es wünſcheſt! Glaube mir inzwiſchen, daß es meine eifrigſte Bemühung ſein ſoll, durch die ſtrengſte Zurückhaltung in Worten und Blicken mich dem Punkte zu nähern, wo Du ſtehſt und um den Du eine Mauer von Eis aufgeführt haſt, damit Dein Geliebter das Vergnügen hat, ſich abzukühlen, wenn ſein Herz gar zu warm wird.“
Ueberraſcht und mit einem Blick, der deutlich ihren Unwillen ausdrückte, ſah Roſa die heftige Bewegung des Kapitäns. Seine Worte verletzten ſie, nach dem Purpur zu urtheilen, der auf ihrer Wange glühte, und ihre Hand zitterte unmerklich, als Ferdinand ſie faßte und mit einem leiſen Druck das Unpaſſende ſeiner letzten


