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Aber zu ſeiner innigſten Freude fand er dieſe Ver⸗ ſöhnung ſchon vollendet. Und als er in ſeinem tiefen, muſikaliſchen Ton ſagte:„Nehmt ihn auf, den armen Pilger, der auf allen ſeinen Irrfahrten immer an den Tag gedacht hat, wo er wieder unter Euch treten würde!“ — Da öffneten ſich vor ihm alle Arme, alle Herzen.
„Immer, immer findeſt Du hier eine Mutter!“ ſagte die Hofräthin.
„Und eine Schweſter!“ fügte Edith hinzu, indem ſie dem Zurückgekommenen die zaͤrtliche Umarmung einer Schweſter gab.
„Wenn nur Helmer nicht mit meiner Ankunft un⸗ zufrieden iſt!“ fluͤſterte der Graf dem Onkel Janne ſpäter zu.„Ich habe aber mein Herz ſorgfältig geprüft — nur eine geliebte Freundin ſehe ich wieder.“
„Laß uns fragen, Bruder!“ entgegnete der Alte lächelnd.„Dergleichen muß man immer auf reinem Fuße haben!“
Der Onkel winkte den jungen Brukspatron zu ſich und Legie ihm den blöden Kummer des Grafen an das Herz. 4
„Ach, ich bitte, mich nicht zu verkennen,“ ant⸗ wortete Helmer mit einem treufeſten Handſchlage;„ihre Zärtlichkeit wird für uns Alle hinreichen!“
Und ſtie reichte wirklich hin.
Der Graf bezog nicht wieder ſeine alten Zimmer — das widerſprach dem Zartgefühl. Er ließ ſich in dem Cavalierflügel nieder, und gehörte von dieſem Augen⸗ blicke an mit zu der Familie.
Edith an den Onkel Janne. (EEin Jahr ſpäter.) „Große Neuigkeiten, geliebter Onkel!
Ehe ich jedoch zu dieſen komme, ſo erlaube, daß ich Dich an das Datum erinnere, welches wir heute


