Teil eines Werkes 
11.-13. Bändchen (1849)
Entstehung
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Und Cdith, wie vortrefflich trug ſie nicht ihre wieder erlangte Würde, ihre glänzende Stellung!

Als ſie noch einmal in einer ebenſo glänzenden, ausgeſuchten und geſchmackvollen Toilette wie früher umſchloſſen von Ernſt's Armen durch dieſen Saal walzte, entſannen nur dieſe Beiden ſich, daß ſie noch vor Kur⸗

zem in der düſtern, kalten Kammer in der Urwäder⸗ Gaſſe ſaßen, umgeben von Krankheit, Armuth und Tod. Aber dieſe Erinnerung, die ſie gegenſeitig in ihren Blicken

laſen, ſchloß ihre Hände und Herzen noch feſter an ein⸗ ander. Sie hörten die brauſenden Töne der Muſik, aber es war ihnen, als hätte ein berauſchender Traum

ſie auf ſeinen Flügeln hinweggetragen.

Noch immer eben ſo ſtattlich, eben ſo ſchön! flüſterten die Gäſte;kein Menſch kann wohl an ihren Geſichtern eine Spur von Leiden und Armuth entdecken! Es iſt nimmermehr ſo arg geweſen, wie man hier er⸗ zählt hat! Der Brukspatron iſt eine ganz ſuperbe Fi⸗ gur mit der nobelſten Würde, und ſeine junge Frau noch unſere erſte Schönheit, und tauſend, tauſendmal angenehmer und liebenswürdiger als früher.

Nun, nun! meinte eine philoſophiſche Matrone, ſie iſt auch in die Schule des Lebens gegangen!

Aber iſt es nicht ſonderbar, ſagte eine Andere, daß unſere junge Freiherrin, die in keiner ſolchen Schule geweſen iſt, ausſieht, als hätte ſie das ganze Leben abgeſchworen? Niemand kann ſie dahin bringen, daß ſie tanzt. Sie ſitzt wie eine alte Frau im Sopha.

Das kommt daher, entgegnete die philoſophiſche Dame,daß der Magnet das Eiſen an ſich zieht, und daß der Magnet in Stockholm geblieben iſt.

Zu dem Angenehmſten für Edith bei dieſem Feſte gehörte das Wiederſehen ihrer ſo theuren Freundinnen Hortenſe und der Gräfin Roſa, die ſie in den Braut⸗ ſtuhl, den Eingang in das Leben, welches ihr ſo reich an Qual und Freude geweſen war, begleitet hatten. Auch Jenny war dort, welche ſie auf der Höhe ihres häuslichen Glückes, aber auch in ihrer Erniedrigung

].

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