Teil eines Werkes 
11.-13. Bändchen (1849)
Entstehung
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nicht wieder an Deinem Herzen ruhen ein Glück, das ſie noch nie höher verdient hat, als jetzt dann gehe ich von hinnen mit einer Seele voller Traurigkeit. Denn was ſie vor Allem braucht, das iſt Deine Liebe, Deine Verzeihung. Und ich ſchwöre Dir, meine Du! ein ſo zärtliches Wort hatte er gegen die Schwägerin noch niemals angewendetHelmer iſt der edelſte und wür⸗

digſte Schwiegerſohn, den Du Dir wünſchen kannſt, und der dankbarſte wird er auch! Ich kann Dir Züge

von ihm erzählen, die Dir Thränen in die Augen locken werden, und jetzt, da Dein Herz dieſe heilige Ruͤhrung zu empfinden beginnt, welche das Inſiegel der Natur ſelbſt auf unſere beſſere Natur iſt, will ich Dir auch Alles er⸗ ählen..

4Nein, mein guter Schwager, Du darfſt mich nicht überrumpeln! Jedes Ding will ſeine Zeit haben... doch komm mit mir in die Bibliothek, ſo will ich Dir einen Entwurf des Teſtamentes zeigen.

Das iſt ein ganz guter Anfang, liebe Aurora! Sähe ich aber eines Tages Edith und Helmer und ihre kleinen, gottgeſegneten Engel in dieſen Zimmern, ſo wollte ich vor Dir die Kniee beugen, wie ich es bis jetzt nur vor Gott gethan habe!

Die Hofraͤthin antwortete nicht, ſondern ging vor ihm her durch die Gemäldegallerie. Vor der Thüre zur Bibliothek blieb ſie ſtehen und erblaßte vor der großen Gemüthsbewegung, welche ſie empfand: ſie betrachtete den Schwager mit einem Blick, der ihr ſelbſt ſo ganz unähnlich war, daß der Onkel, ergriffen von einem ſchwindelnden Gedanken, die Thure heftig aufſtieß.

Und dort ſtürzten nun jubelnd an ſeine Bruſt ſeine ſo zärtlich geliebte Nichte, ſeine Edith, und Helmer, ja wirklich ſein Sohn Helmer, und der Augapfel des Alten, der kleine Janne. Nein, das war allzu viel, allzu viel der Onkel unterlag beinahe der Laſt ſeines Gluͤckes.

Jetzt aber ſuchten ſeine mit Thränen erfüllten Au⸗

ggen die der Schwägerin, jetzt ſtreckte er gegen ſie ſeine

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