Teil eines Werkes 
11.-13. Bändchen (1849)
Entstehung
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austauſchten, ſondern eine Umarmung, die noch dazu herzlicher war, als irgend eine von denen, die ſie mit einander bis jetzt ausgetauſcht hatten.

Bald ſaßen ſie allein und ganz vertraulich bei ein⸗ ander im Saale und verſicherten ſich gegenſeitig mit großem Eifer und Herzlichkeit, daß die Zeit Keinem von ihnen bedeutenden Schaden zugefügt hätte. Als aber dieſe Verſicherungen erſchöpft waren, ſo begann der Onkel zu huſten und die Hofräthin verlegen auszuſehen.

Nein, Schwägerin, dieß taugt nicht länger! platzte endlich der Onkel heraus, und rückte ſeinem Stuhl dem kleinen Sopha der gnädigen Frau um drei Schritte näher, es iſt das Beſte, den Knoten mit einem Hiebe zu zer⸗ hauen.

Lieber Schwager!

Ich ſah es gleich an dem Briefe, daß die Erin⸗ nerung an den ſeligen Franz wieder erwacht iſt, und mit dieſer auch noch andere Erinnerungen, und es macht Deinem Herzen wirklich große Ehre, daß Du nicht län⸗ ger widerſtehen kannſt.

Mein lieber Janne, ich fürchte, Du machſt allzu ſchnelle Schlußſätze!

Schnell mögen ſie meinethalben ſein, aber wahr ſind ſie dennoch; das fühle ich an mir ſelbſt, und ich bin hieher geeilt, um Dir in meinem eigenen und in des Verſtorbenen Namen eine ewige Dankbarkeit zu zollen. Ich komme jetzt von ſeinem Grabe, und es iſt mir, als hörte ich aus demſelben eine ſanfte Stimme einen Segen über Dein Vorhaben flüſtern.

Nun wohl, Schwager! ich geſtehe, daß gewiſſe Erinnerungen ſich auf mich eingedrängt haben; darum will ich jetzt an mein Teſtament denken ſie ſoll ihr Erbtheil nicht verlieren.

Gut und ſchön mit dem Erbtheil, liebe Schwä⸗ gerin! Ich habe noch nie eine einzige Secunde an

einer Gerechtigkeit in dieſer Hinſicht gezweifelt. Und es iſt vernünftig und gut, daß jeder Menſch an ſeinen Hintritt denkt; bleibſt Du aber dabei ſtehen, darf ſie Ein launenhaftes Weib. IV. 15