Teil eines Werkes 
11.-13. Bändchen (1849)
Entstehung
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Sage mir aber auf Dein Gewiſſen: iſt es möglich, an⸗ ders als aus Gewohnheit zu lieben, wenn man mehrere Jahre lang verheirathet geweſen iſt?

Und darnach fragſt Du mich? antwortete Edith, vor Verdruß erröthend.

Ich weiß, Du und Dein Ernſt, Ihr liebt Euch gegenſeitig ſehr innig, aber...

Ueber uns kann ich Dir gar keine Aber geſtatten, und Du wirſt auch keine mehr anwenden, wenn Du, meine geliebte Schweſter, erſt Gelegenheit gehabt haſt, unſere Liebe mehr in der Nähe zu betrachten. Wiſſe: wenn ich früher meinen Ernſt mit Leidenſchaft liebte, ſo bete ich ihn jetzt in eben dieſem Grade an und er, ſetzte ſie mit einem verſchönernden Lächeln hinzu, er iſt noch eben ſo ſehr Liebhaber als Gatte.

Ein Seufzer entwand ſich Olga's Bruſt.

OQ! rief Edith aus,wenn Du wüßteſt, wie bitter dieſer Seufzer auf mein Herz fällt! Du, meine theure, theure Schweſter! Du, die ich jetzt ſo warm liebe! Du, der ich vor allen Andern mein jetziges hohes Glück verdanke! .. wie werde ich auch Dir das Glück bereiten köͤnnen?

Das thuſt Du ſchon, da Du mir dieſe Liebe zeigſt, und hernach...

Was hernach?

O, nichts!... Fahr' zu, Torsſon!

Der Gedanke, den Olga unterdrückte, war folgender:

Und hernach wird wohl die Müdigkeit und Lange⸗ weile ebenſo gut tödten können, als jede andere Krankheit!

Dreiundzwanzigſtes Capitel. Der letzte Abſchnitt in Edith's Roman. Es war wieder Abend auf dem Kirchhofe bei Dagby.

Ein lieblicher Maiwind ſpielte durch die jungen Blät⸗ ter in den Kronen der Bäume und liebkoste zäͤrtlich die