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Aerger herrührt, der in ſeinem Herzen zurückgeblieben
iſt, als von einem niedrigen Eigennutze.“
„Auf keinen Fall darf zwiſchen Euch eine Erklärung Statt finden— hörſt Du das, mein Sohn! Ich will nicht, daß meine Schwiegerſöhne wie zwei Kampfhähne einander gegenüber ſtehen ſollen. Um der Welt willen muß man den Schein immer reſpectiren.“
„O, fürchte nichts, gute Mutter! Wenn wir auch
niemals freundſchaftliche Gefühle gegen einander hegen
ſollten— was wohl wahrſcheinlich iſt— ſo reſpectiren wir gewiß vor allen Dingen Deinen Wunſch und unſern Schwagertitel. Auf jeden Fall kann man ſich gegen⸗ ſeitig die äußere Achtung erweiſen.“
„Dieſe Verſicherung beruhigt mich vollkommen—
und theilte ich nicht Deine letzte Anſicht, ſo müßte ich erſticken, ſo oft ich den Kerl ſehe!“ . Die Hofräthin ſagte dieſe Worte mit einem Aus⸗ druck von ſo tiefem Haß, daß Helmer merkte, ſie müßte eine noch mächtigere Ürſache haben, ſich uͤber dieſen Schwiegerſohn zu beklagen.
„Weißt Du,“ ſagte ſie mit blitzenden Augen,„weißt Du wohl, wozu er im Stande geweſen iſt?“
„Nein, ich begreife nicht!“
„Du ſiehſt, daß Octavie fehlt— ſie iſt für immer
weggezogen.“— „Dieſes Weib— o, noch kommt wirklich eine ſolche Gemüthsbewegung über mich, daß ich ſie kaum dämpfen kann!— ſie war ſeine Geliebte. Gerade vor den Augen ſeiner Frau betrieb er dieſe Intrigue.“
„Welch ein erbärmlicher Menſch!“ rief Helmer mit lammenden Wangen und zitternder Stimme.„Arme
a!“
3„Dank, mein Sohn“ Ich ſehe, Du fühlſt wie ich.. und Olga iſt in der That arm, denn ſie kann nicht einmal die Eiferſucht fühlen: ihr Herz iſt abgeſtorben, und dieſe Betrübniß legt mich in das Grab“.... „Meine zärtliche, gute Mutter!“— Ernſt ergriff


