Teil eines Werkes 
11.-13. Bändchen (1849)
Entstehung
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206 Aufgeregt durch die Erinnerungen, welche er ſich in's

Gedächtniß zurückgerufen hatte, ſchloß er mit folgenden

Worten:

Möchte ich in meinem Leben nicht mehr die Qualen empfinden, die ich empfand, als ich aus der berauſchenden Luft des Spielzimmers kam und zur Beſinnung, zu dem Gefühl meiner Erniedrigung erwachte! Und dennoch waren dieſe Qualen nur der Anfang der Strafe, welche be⸗ gann, als ich meinem Herde nahte, als ich meiner Gattin unter die Augen trat, dieſer Gattin, die ich anbetete und dennoch jetzt in ein noch tieferes Elend geſtürzt hatte. Ihr zärtlicher, fragender Blick vernichtete mich. Noch war aber das Aergſte übrig, das Geſtändniß. Bedenke, meine Mutter, was dieſes Geſtändniß mir koſten konnte, vielleicht ihre Liebe, ihre Achtung! Doch da lernte ich die ganze Größe des Herzens meiner Edith, den ganzen Adel und die ganze Stärke ihrer Zärtlichkeit kennen, und da erhielt ſie von mir ein Gelübde, das ich niemals brechen kann. Denn höre...

Erſpare Dir den Reſt, mein Sohn! Du weißt, Edith iſt den ganzen Morgen, bis ſie mit Olga ausfuhr, bei mir geweſen; ſie hat mir Alles erzählt und mir geſagt, wie vollſtändig Du dieſen einzigen Fehler geſühnt

haſt. Sie hat mir auch die große Geduld, die Vernunft

und die wahre Liebe erzählt, womit Du hier errö⸗ thete die Hofräthin ſtarkſie während der unglück⸗ lichen Periode behandelt haſt, da Mörnburg ein mir völlig unbekanntes Spiel in Deinem Hauſe ſpielte.

Genug, mein Sohn, Deine ganze Handlungsweiſe

wenn ich ſage, die ganze, ſo verſtehſt Du, daß ich Alles weiß, hat meine vollſte Achtung, und als ich hörte, wie Ihr in der Armuth durch Eure Liebe, Eup

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Geduld einander veredelt, wie Ihr gearbeitet habt, wie

Ihr bei dem geringſten Sonnenſchein dankbar und zu⸗ frieden geweſen ſeid, da habe ich vor Dankbarkeit geweint, denn Du ganz allein haſt Edith zu dem gemacht, was ſte geworden iſt. 1 Meine Mutter!