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1 Verirrung unveränderlichen Liebe, das heilige Unterpfand 3
ten Monaten ein ſo getrenntes und ſchmerzhaftes Leben gelebt— was Alles meine Schuld, ganz allein meine Schuld iſt— ſo hätten wir gewiß ſchon längſt dieſes Geheimniß gewußt. Ernſt, theurer, tauſendmal mehr als ſonſt geliebter Ernſt! haſt Du wohl den Muth“... ſie hielt inne, legte ihre glühende Wange an die ſeinige
und flüſterte:„die Mutter deines Kindas zu. verſtoüen.“
„O!“ rief er ünd kaͤmpfte mit tauſend neuen auf ihn hereinſtürmenden Gedanken,„das iſt nur eine neue Täuſchung! Ja, Sdith, dieſes unausſprechliche Glück, um das ich Gott ſo oft gefleht habe, weil... weil es eine Zeit gab, da es nur an einer Glückſeligkeit fehlte, die vielleicht allzu groß war, um dauerhaft zu ſein— es kann jetzt unmöglich kommen! o nein, nein!“
„Ja, es kommt eben jetzt, da wir deſſelben beſſer ebrauchen, als in den reichſten Tagen unſeres Glückes. Ich lag auf meinen Knieen und betete zu Gott ſo, wie wir nur dann beten, wenn wir einem unermeßlichen Unglücke nahe ſind, welches, wie drohend es auch aus⸗ ſieht, dennoch vielleicht durch Gottes unergründliche Macht noch zurückgehalten werden kann. Ich hatte mich ſelbſt ſowohl rückſichtlich der Vergangenheit, als auch der Zukunft ſorgfältig geprüft. Und ich hatte mir ruhig und feſt geantwortet, daß es keinen, keinen Erſatz gibt für Deinen Verluſt. In meiner tiefen Bedrängniß betete ich um Aufklärung, wie ich die Härte Deines Gemüthes gegen mich mildern könnte, betete um einen einzigen leitenden Gedanken, ein Zeichen, daß Gott ſich meiner erbarmen wollte— da, o Ernſt, da erbarmte er ſich nicht nur über mich, ſondern auch über uns beide, und er hatte es ja ſchon längſt gethan, wenn wir es auch nicht wuß⸗ ten. Und in dem Augenblicke, da mein inbrünſtiges Gebet ſeinen Thron erreichte, da fühlte ich auch ſein Verſprechen der Erhörung, denn in dieſem Augenblicke wurde von ihm das Weſen zum Leben geweckt, deſſen Pflege de u Behe anvertraut hat, dieſes Weſen, Ernſt, das heilige Andenken einer ſelbſt noch in ihrer


