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niedergebrannten Gluth im Ofen ſaß, ſie nicht eher hörte, als da ſie ſchon im Zimmer war.
Helmer erhob ſeine Augen und erhielt gleichſam einen elektriſchen Stoß, da er Edith ſo überirdiſch ſchön, ſo ſtrahlend von der Rückwirkung einer erhabenen, einer göttlichen Macht vor ſich erblickte. Noch nie hatte er, weder in der Natur, noch in der Kunſt, etwas geſehen, das ſich mit ſeiner Gattin vergleichen ließ in dem Augen⸗ blicke, da ſie mit dem Lichte in der Hand vor ihm ſtand und ihn mit einer zu gleicher Zeit geheimnißvollen, ver⸗ ſchämten und vor Freude zitternden Zärtlichkeit betrachtete.
„Was iſt, Edith?“ fragte er mit einem leichten Schauder.
Er ſchauderte davor, daß er ſich gleichſam von Neuem unter dem Einfluſſe einer Macht befand, die er nie wie⸗ der anzuerkennen dachte.
„Siehſt Du es nicht, Ernſt? faſſeſt du es nicht? O, ich glaubte, du müßteſt es begreifen!“ 1
„Was?“ ſtotterte er,„was ſoll ich begreifen?“
„Daß Du mich jetzt nicht länger von Dir ſtoßen kannſt!... Sieh', Ernſt, jetzt bin ich ruhig: thue mit mir, was du willſt, nie ſoll eine einzige Klage über meine Lippen kommen, denn ich weiß zwei Dinge, die ſtets meinen Muth aufrecht erhalten werden: ich bin die Deinige und ich werde es auch bleiben. Ich fürchte dieſe durchbohrenden Worte nicht länger, die Du mir zugedonnert haſt: Geſetz und Bekanntmachung; denn ſie haben keine Macht mehr über mich.“
„Jetzt aber fürchtete Ernſt ſtatt ihrer, daß Edith's exaltirtes Gemüth alle dieſe Erſchütterungen nicht zu ertragen vermocht hätte.
„Armes, verwirrtes Weib!“ ſagte er mit zitternder Stimme.
„‚Nein, Ernſt, nun bin ich nicht länger arm, ſon⸗ dern reich!... Glaube nicht, daß ich in Verwirrung rede, oder daß ich Dich betrüge. Wäre ich nicht ſo jung, ſo unerfahren und ſo unglücklich mit m. Wahne beſchäftigt geweſen, hätten wir nicht in den letz⸗
em verrückten


