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Alles, was es Blendendes hat an Reichthum, Anſehen und Rang!“
„Ganz im Gegentheil,“ antwortete Ernſt eiskalt: „ich bin Derjenige, welcher das Weib, das jetzt auch ihren Gatten, ihre Pflichten opfert, daran hindert, ſich noch einmal über die gemachten Aufopferungen zu beklagen, auf welche ſie ſich ſelbſt noch in dem Augen⸗ blicke eines aufwallenden Sinnenrauſches beruft, dem ſie den Namen Reue zu geben beliebt!“
„Ha, welche Bitterkeit, welche ſchreckliche Bitterkeit!“ „Ich ſage es noch einmal: laß uns ein Ende machen! Keine Worte von menſchlichen Lippen können dieß hier wieder in's Geleiſe bringen. Nachdem ich Dich der Sorgfalt des Onkels anvertraut habe, wählſt Du nach Belieben Deinen Aufenthaltsort, und durch ihn erfahre ich, wann ich in den Blättern bekaznt machen laſſen kann, daß Du weg biſt.“
„Und es ſollte alſo vorbei ſein, ewig vorbei zwiſchen uns?— O Ernſt, bedenke: noch, weiß die Welt nichts!“
„Sie erfährt es bald genug.“
„Wenn ſich aber in Deiner Bruſt nur ein halbes Gefühl der Verſöhnung fände...“
Er machte eine ungeduldige und abwehrende Bewe⸗ gung mit der Hand.„Nichts mehr von dieſer Art! Ein Mann, der ſo in ſeinen innerſten und heiligſten Gefüh⸗ len gekränkt worden iſt, wie ich, ein Mann, der in ſeinem Anſehen als Gatte ſo unerhört beleidigt iſt, der kann vielleicht verzeihen; doch, glaube mir, und laß Dir das ein⸗ für allemal geſagt ſein, er vergißt nie!“
Edith, welche neben dem Sopha ſtand, ſchwankte und ſank auf denſelben.
„Nie?“ wiederholte ſie.„Was iſt da die Liebe, die Liebe, deren Macht Alles zu ebnen weiß, was Auf⸗ ruhr und Sturm geweſen iſt?“
„Was die Macht der Liebe vermag, duvon glaube ich Dir in den letzten drei Monaten unſerer Che eine beſſere Deutung gegeben zu haben, als Du jetzt anführſt.


