verhöhnte, herabſetzte, beſudelte, und zur Belohnung für die Geſchicklichkeit, womit er dieſes Werk ausführte— zur Belohnung für ſeine bilderreiche Liebesſprache und ſeine freche Frage, ob er nicht nach dieſem Allem auf das Vertrauen rechnen könnte, Dich zu Deinem natür⸗ lichen Beſchützer, Deinem Schwager, zu führen— die Antwort erhielt:„Ich verachte Sie nicht länger, und... und ich willige ein!““
Vernichtet verbarg Edith das Geſicht in den Händen.
Wie konnte ſie wohl den Gedanken wagen, daß es möglich wäre Ernſt zu verſöhnen?
„Laß uns ein Ende machen!“ ſagte er.
„Ernſt, Du willſt Dich nicht überzeugen laſſen, daß meine Reue, mein Abſcheu über das Verbrechen, welches ich zu begehen auf dem Wege war— doch wage ich darauf zu ſchwören, daß ich es nimmermehr began⸗ gen haben würde; denn wäre ich auch nicht früher zur Beſinnung gekommen, ſo wäre es geſchehen auf der Schwelle der Heimath, die Du mir gegeben hatteſt— daß meine Reue, mein Abſcheu über dieſes Verbrechen,
ſage ich, ebenſo groß iſt, wie das Verbrechen ſelbſt?“
„Was iſt denn eigentlich die Abſicht bei allen die⸗ ſen Reden?“
„Die Abſicht?... kann dieſe wohl mehr als eine ſein? haſt Du ſie denn noch nicht verſtanden?— mein Gott! ſollteſt Du wohl glauben, daß ich es noch freiwillig wünſchte, von Dir zu ſcheiden?“
Bei dieſen Worten wurde Edith von einem Blick aus den Augen ihres Mannes getroffen, welcher weit mehr ſagte, als Worte. In demſelben lag ein ſo tiefes Erſtaunen, daß ſie, welche eine Minute gehofft hatte, ihr Mann hätte ihre Abſicht vielleicht mißverſtanden, jetzt— in der fürchterlichen Gewißheit, er habe gar nicht die Abſicht, ſie zu verſtehen, Alles wäre zu Ende und müßte zu Ende ſein— in der Heftigkeit ihrer Verzweiflung und ihres tödtlich verletzten Stolzes ausrief:
„ Und Du Du trittſt das Weib unter Deine Füße, welches Dir Alles opferte, was das Leben Heiliges hat,


