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ſeinen Lehnſtuhl in die Mitte deſſelben— verſteht ſich vor dem Kamin— und genau ſo geſchoben hat, daß ein Dreieck von Stühlen zu jeder Seite des Herrſchers ſich befindet.
Auf dem zur Linken haben wir erſtlich den Inva⸗ lidenkorporal Dunder,*) welcher trotz ſeines Nantens, ein gutmüthiger Mann iſt, und niemals, wie das Sprüch⸗ wort ſagt, den Mund zum Sprüchworte öffnet. Er iſt ge⸗ wiſſermaßen ein Philoſoph. Er liest jährlich zweimal die bibliſche Geſchichte von Anfang bis zu Ende und vergleicht alle Muſter, welche er darin findet, mit ſeinem Herrn, welcher immer den Vorzug erhält; ferner prüft er alle Unterſchiede zwiſchen denjenigen, welche die Macht haben, und denjenigen, welche der Macht gehorchen, und iſt dadurch auf den befriedigenden Schlußſatz gekommen, daß alle Unterſchiede wenigſtens zu Einer Einheit füh⸗ ren, nämlich, daß es im Grabe keinen Unterſchied gibt. ... Das Amt des Korporals iſt, im Sommer den Pflug zu regieren, und im Winter hölzerne Löffel zu ſchneiden.
Neben ihm ſitzt ein Mann, der ehemals eine bril⸗ lante Carriere in der Welt gemacht, und einmal in der Nähe einer von den Höhen der menſchlichen Geſellſchaft geſtanden hat, nämlich in der Nähe des— Galgens. Er war nänlich in die Verſuchung gerathen, die Affai⸗ ren ſeiner eigenen Bank zu verbeſſern.**) Von der Zeit an, gab er ſich wirklich alle nur erſinnliche Mühe, zu vergeſſen, daß er jemals einen Namen gehabt hatte: er entfloh, verbarg ſich, wurde ertappt, und entfloh von Neuem. Nach vielen Jahren der Armuth und des Jam⸗ mers fand ihn eines Tages in einem Graben neben der
*) D. h. Donner. Anm. d. Ueberſ. ) Wer Banknoten verfälſcht oder verfälſchen läßt ꝛc., wird nach ſchwediſchen Geſetzen gehenkt; doch wird dieſe Strafe gewöhnlich in Zuchthausſtrafe verwandelt, nachdem der Verbrecher einige Stunden im Halseiſen öffentlich zur Schan geſtanden hat und mit Ruthen gepeitſcht worden iſt.* Anm. d. Ueberſ.


