Teil eines Werkes 
11.-13. Bändchen (1849)
Entstehung
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ab. Das Patriarchat wird gewiſſermaßen in Olympia⸗ den eingetheilt: von jeder Reiſe des Onkels bis zu ſeiner Rückkehr, zählt man einen neuen Zeitraum, eine neue Olympiade. 3

Aber wir vergaßen zu erwähnen, daß auch der Tiſch ſeinen beſonderen Waͤchter hat, und man kann auf die Größg dieſes merkwürdigen Tiſches ſchließen, wenn wir erwäynen, daß ſein Wächter zur Runde um die eine Scheibe ebenſo viele Zeit gebraucht, als die Erde zu ihrer Tagesrunde nöthig hat. Das könnte übertrieben ausſehen, iſt es aber nicht, denn in dem Wächter erken⸗ nen wir eine Schildkröte.

Wir dürfen uns aber nicht länger bei Einzelheiten

aufhalten, obgleich es uns wirklich ſchwer wird, den

gewaltigen Stuhl des Onkels ohne Vorwort zu laſſen. Mögen wir uns begnügen, zu erwähnen, daß das Modell der berühmten Weſten von dieſem Altvater aller Stuhle hergenommen iſt, denn zu beiden Seiten der hohen Leh⸗ nen befinden ſich ſechs oder ſieben größere oder kleinere lederne Taſchen, in denen der Onkel ſeine Papiere, Lie⸗ der und Sagen, ferner ſeine Nähgeräthſchaften, ſeine Handbibliothek, ſeine Nüſſe und Abendäpfel zum Braten in der warmen Aſche, ſeine Patiencekarten, die Brille, die

Schnupftabaksdoſe und das Reſerve⸗Schnupftuch ver⸗

wahrte. Dieſer Stuhl war eine rollende Welt, in wel⸗ chem der Alte ſich vergnügt durch das ganze Zimmer ſchob.

In der Abendſtunde, da wir kommen, um bei unſe⸗ rem ehrlichen Onkel Viſite zu machen, ſieht es in der Reſidenz ganz ſo aus wie gewöhnlich.

Der Onkel ſelbſt iſt erſt vor Kurzem nach Hauſe gekommen und hat nachdem er den ganzen Tag mit der Oekonomie, mit dem Beſehen und Prüfen alles deſ⸗ ſen, was geerntet worden iſt, zugebracht hat eben die Bibel zugemacht, welche er in der Einſamkeit ſeiner Kammer geleſen hat(dieſe Kammer zeichnet ſich durch nichts Anderes aus, als durch eine Prunkloſigkeit, die den Apoſteln geziemt haben könnte), und hat ſich eben

jetzt in das Sammlungszimmer begeben, woſelbſt Primus