Teil eines Werkes 
7.-10. Bändchen (1849)
Entstehung
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Es trat ein kurzes Schweigen ein

Ueber das ergilbte Gras draußen eilten ſchnelle Schritte. Die Hausthür und die Saalthür glitten leicht auf in ihren Angeln. 1

Noch lag Mörnburg auf ſeinen Knieen; er betrach⸗ tete das ſchöne Weib mit einer überirdiſchen Vergötterung.

Ernſt! ſtammelte ſie.

O, kein Gedanke mehr an ihn er wird ſich mit der Nothwendigkeit tröſten, und nicht einmal verſuchen, Sie zur Rückkehr zu überreden.

Er wird ſogar noch weiter dohen fiel jetzt Hel⸗ mer ein, indem er die Thür des Beſuchzimmers aufriß, er wird Dich ehrvergeſſenen Schurken von der Beſchwerde befreien, die Du haſt übernehmen wollen bei dieſen Worten ſchleuderte er augenblicklich Mörnburg(der ſich ſchnell erhoben und ſich gleichſam zum Schutze an Edith's Seite geſtellt hatte) gewaltſam hinwegund ſelbſt dieſes pflichtvergeſſene Weib von dem Hauſe hin⸗ wegführen, welches ſie verlaſſen will!... Sieh, hier liegt ja Alles in Ordnung! Schnell nimm den Man⸗ tel um die Pferde warten!

In Helmer's ganzem Weſen lag eine ſo ſchreckliche Kälte, daß Edith, halb todt vor Furcht, nicht den ge⸗ ringſten Einwand zu machen wagte.

Und Mörnburg, der ſeine Abſicht erreicht ſah denn wäre dieſe ganze Scene beſtellt geweſen, ſo hätte ſie in ſeinen teufliſchen Berechnungen unmöglich ein lücklicheres Ende erhalten können: jetzt war ja alles Buruellteien unmöglich Mörnburg ſah ein, daß er weiter nichts zu thun hatte, als ſich zu entfernen mit den Lorbeeren, die er geſchnitten hatte.

Und er entfernte ſich ſchweigend, nicht eigentlich aus Feigheit, ſondern weil ſeine Rolle ſo ganz ausgeſpielt war, daß er keinen einzigen Buchſtaben weiter hinzuzu⸗ fügen hatte. Wozu ſollte er überdieß einen Menſchen noch mehr reizen, deſſen Glück er vernichtet hatte? Was er gethan hatte, das hatte er gethan fuͤr ſelde Liebe: