Teil eines Werkes 
7.-10. Bändchen (1849)
Entstehung
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Leben denn dieſes Opfer würde ihm die Möglichkeit rauben, die Frucht ſeiner Ausſaat zu genießen der verſteht das Geheimniß nicht, welches in der Liebe liegt.

Arme Edith!

Sie war bezaubert, geblendet, berauſcht. Eine ſolche Deutung der Leidenſchaft hatte ſie noch nie gehört. Wie matt, wie nichtsſagend waren gegen dieſe Worte nicht Ernſt's Ergießungen geweſen, ſelbſt in den wärmſten Tagen ihrer Liebe.

Sehen Sie, fuhr der würdige Repräſentant des Asmodeus fort,das Alles vermag eine große Leiden⸗ ſchaft. Aber was iſt das Alles in Vergleich mit der Beherrſchung, die ich an den Tag gelegt habe, indem ich eine ſo offene Huldigung zeigte, daß Ihr Mann es nicht gewagt hat, ſich zu beklagen, daß Sie ſelbſt die hölliſchen Qualen nicht ahnen konnten, welche ich litt, wenn Sie Ihre Blicke auf jenen lebendigen Mechanis⸗ mus hefteten, der einen Menſchen darſtellen ſollte, der jedoch weniger Leben beſitzt, als eine Maſchine... Ha, Edith! Sie hören mich, ich ſehe, daß Sie mich verſtehen! Wagen Sie es nun, ſich dem Manne mit Zuverſicht anzuvertrauen, der ſein Geſicht, ſeinen Willen, ſeine Beſinnung, ja ſogar ſeine Stimme ſo in ſeiner Gewalt hat? Ich begehre kein Wort von Ihnen zur Erwiede⸗ rung, denn dieſes würde Sie jetzt erniedrigen. Und hören Sie: obgleich ich ſelbſt ein Teufel werden kann, ſo will ich in Ihnen doch ſtets den Seraph anbeten. Alſo: vergeſſen Sie dieſes Letzte, kommen Sie zurück auf das Erſte, erlauben Sie, daß ich, ein ehrfurchtsvoller Freund, Ihr ergebenſter Diener, Sie zu demjenigen führe, den die Welt Ihnen zu Ihrem jetzigen natürlichen Beſchützer gegeben hat!... Sie ſchweigen?

Ein Strahl von kühner Hoffnung blitzte auf in Mörnburg's Augen.

Edith! Sie verachten mich nicht länger? Sie willigen ein?

Nein, entgegnete ſie;ich verachte Sie nicht län⸗ 1

ger. und.. und.. ich willige ein.

FSOo l᷑

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