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wir dieſen Schritt nicht wagen— jetzt iſt er ganz einfach. Mein einziger Wunſch iſt, daß kein falſches Ehrgefühl ihn hindern mag, in die Friedensbedingungen zu willi⸗ gen, die ich ihm zu bieten denke, und die beweiſen wer⸗ den, wie ſehr ich ſeine Zukunft ſichern will.“
„Wäre Edith“— mit dieſen merkwürdigen Worten ſchloß ſie—„Mutter, hätte Gott ihr geſtattet, dieſe allzu oft mit Wermuth gemiſchte Freude zu ſchmecken, ſo hätte ich Anſtand genommen, an dergleichen zu den⸗ ken; denn ich glaube kaum, daß ſie darauf eingegangen wäre, den Vater ihres Kindes zu verlaſſen. Jetzt dagegen kann ſie ohne widerſprechende Gefühle dieſen Schritt thun, ſofern ſie meint, daß es ſich der Mühe verlohnt, die Liebe einer Mutter und die Rechte einer Tochter wieder zu erhalten. Sagen Sie ihr, Octavie, daß ich ſchon die Arme nach ihr ausſtrecke.“
Und da ſie ſo redete, weinte die edle, ſtolze Frau bei dem ſeligen Gedanken, daß ihre Tochter bald wieder an ihrer Bruſt ruhen würde...“
„Genug!“ ſiel Edith ein,„genug, genug!“
Mörnburg legte den Brief zuſammen.
„Ich ſehe,“ ſagte er mit einer Stimme, deren Freude er nur mit Mühe züͤgeln konnte,„daß Ihr letzter Zweifel beſiegt iſt! O, ſo zoͤgern Sie nicht, ich beſchwöre Sie! de Maßen wartet, jeder verlorene Augenblick iſt ge⸗ ährlich!“
„Der Wagen?— wie? Sie haben ſchon..
„Alles iſt bereit! Jetzt iſt keine Zeit zu Ihrem ewigen Schwanken— Ihrer wartet ja ein Schwager, ein Bruder!“
„Ein Bruder?— o, ich kenne ihn ſehr wohl! Doch ſagen Sie mir, Mörnburg, fühlen Sie ſich nicht ſehr erniedrigt durch die Rolle, die Sie hier geſpielt haben? Wie konnte die Freundſchaft zu dieſem Ihrem ſogenannten Jugendfreunde, meinem Schwager, Sie dahin vermögen, ſeine Aufträge auszurichten? denn er und Ihre alte Bekannte, die Mamſell Octavie, ſind dennoch diejenigen, welche durch ihre vereinte Geſchick⸗


