Gefühl der letzte aufflammende Funke eines Leuchtfeuers ſn. Deſſen ſämmtliche übrige Funken längſt erloſchen ind?“
„Welchen Abgrund öffnen Sie vor meinen Blicken, ſchrecklicher Menſch!“
Auf Edith's Antlitz ſpiegelte ſich die größte Todes⸗ qual ab. „Nicht ich habe ihn geöffnet; nicht ich bin ſchuld daran, daß dieſer Mann, Ihr Held, nicht die Eigen⸗ ſchaften beſitzt, welche erforderlich ſind, damit Sie Ihr
ganzes Leben hindurch das Märtyrerthum lieben können.
Das iſt eine Sache, welcher ſich nicht abhelfen läßt; alſo bleibt nur übrig, zu betrachten, wie Ihr Leben werden würde, wenn Sie hier blieben.“
Die junge Frau machte eine Bewegung, gleichſam um ihn aufzuhalten.
Aber er fuhr fort:
„Ich wiederhole was ich ſchon geſagt habe; die Gegenwart kann als ein Himmelreich betrachtet werden in Vergleich mit Demjenigen, was da kommt, wenn dieſer Mann gänzlich eingefroren iſt in ſeine trivialen
Allltagsbegriffe, und Sie in Ihre Pflichten als Köchin
und Hausmutter. Ein einziges Jahr des Mißwachſes oder eine Viehkrankheit kann ſeine Umſtände gänzlich zu Grunde richten. Fügen Sie noch hinzu, daß, nach⸗ dem die Stellung auf den jetzigen Punkt gekommen iſt, die Liebe nie wieder aufbluͤhen kann, daß Ihre Mutter Sie enterbt, wenn Sie nicht in die vorgeſchlagene Tren⸗ nung willigen, und daß ein Leben voller Reue, Selbſt⸗ anklage, von tödtender Einförmigkeit, vielleicht ſogar von Noth, Elend und gegenſeitiger Erbitterung Das⸗ jenige iſt, was Ihrer wartet.“
„Ich vergehe in dieſen Kämpfen! Ich will, aber
ich kann nicht!“
„Sehen Sie hier den Brief, welchen Linden mit⸗ brachte; leſen Sie ihn!“
„Ich vermag es nicht.“
„Soll ich?


