Teil eines Werkes 
7.-10. Bändchen (1849)
Entstehung
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Ohne alle Frage war dieß auch die beſte Arznei für Sdith und ſollte ihr die Friſche der Seele, die jetzt verloren war, zuruͤckſchenken.

Wenn jedoch die Hofräthin reiste, ſo ſollte dieß keinesweges incognito geſchehen ſie war gewohnt, Staat zu führen und jetzt, da ſie auch auf ihre beiden Töchter Rückſicht zu nehmen hatte, konnte der Staat auf keinen Fall vermindert werden.

Es wurden große Zurüſtungen gemacht.

Onkel Janne durfte es nicht ausſchlagen, ſeine Verwandten zu begleiten, obgleich ſein Herz tief ſeufzte bei dem Gedanken an ſeine geliebte Sommerwanderung, denn er war ja, wie die Schwägerin ſagte,ihre ein⸗ zige Chrenwache.

Häͤtte jedoch der Onkel, da er um Edith's willen ſein Verſprechen gab, vorher gewußt, welche Aufopferungen von ihm gefordert würden, ſo iſt ſehr ungewiß, ob er dieſes jemals gegeben haben würde.

Sein ganz unentbehrlicher geſtreifter Sommerrock, ſeine pfirſichfarbene Weſte mit den zwanzig größeren und kleineren Taſchen, ſeine vortreffliche ſchwarze Leder⸗ mütze und Alles dieſes, an welches er ſich ebenſo ſehr wie an ſich ſelbſt gewöhnt hatte paßte das jetzt, da der Fußwanderer in den eleganten Wagen kriechen mußte?

Nein, ſagte er, da man ihn in den neumodiſchen Rock einklemmte,das iſt ganz unmöglich das halte ich nicht aus!

Da betheuerte aber die gnädige Frau bei ihrer Ehre, es wäre total unmöglich, daß er ohne eine paſſende Garderobe nach Carlsbad oder anderswohin reiſen könnte, und ſo ließ ſich denn der Alte in Gottes Namen heraus⸗ putzen, brachte die größte Aufopferung, welche in ſeiner Macht ſtand, und hoffte, der ſelige Prang würde noch von ſeinem Himmel ein freundliches Auge auf ihn herabwerfen, daß er Edith nicht Wind und Wogen überließe.

Wenn jedoch Onkel Janne über die Reiſe ſeufzte, ſo gab es einen Andern, der darüber jauchzte.