Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1849)
Entstehung
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es kaum, Dich zu fragen, ob Du Dich dieſem gefal⸗ lenen Engel jetzt noch anvertrauen willſt?*

Nein, nein! antwortete er beſtimmt und ohne ſich zu bedenken,um keinen Preis, ſeitdem Deine Macht gebrochen iſt!

Gebrochen, wirklich gebrochen! wiederholte ſie leiſe vielleicht mit einem bewußtloſen Mißtrauen alſo haſt Du aufgehört, mich zu lieben?

Damit kann ich nicht aufhören; aber Du haſt aufgehört meine Kraft zu ſein: ich lebe nicht mehr in Deiner Seele, Du nicht mehr in meiner... Du ver⸗ ſtehſt mich ja? Es war mir, als hätte ich das Gelübde des Himmels, daß der Engel meinen Plagegeiſt zwin⸗ gen ſollte, mich auf ewig zu verlaſſen; doch der Engel beſaß nicht dieſe Macht. Ich kann darüber nur weinen und mich unterwerfen in der Hoffnung auf eine andere Erlöſung durch einen andern Engel.

Welchen? ſtotterte ſie.

Gibt es für mich noch mehr denn Einen, ſeitdem Du mich verließeſt? Den Engel des Todes!

Es war ein ſtarker Unterſchied zwiſchen dem ſtillen und traurigen Leben, das jetzt auf Dadb geführt wurde, und demjenigen, das noch vor Kurzem dort widerhallte, wo Gäſte kamen und abfuhren und der Ritt⸗ meiſter täglich neue Zerſtreuungen erfand, wenn Bälle und andere Luſtpartien nicht ausreichen wollten.

Jetzt kamen keine Gäſte man fürchtete ſich, zu geniren und Dagby hätte nicht öder ſein koönnen, wenn es die Peſt in ſeinen Mauern gehabt hätte.

Der Rittmeiſter hatte es wohl verſucht, ſich in dieſer Zeit der Betrübniß zu einem dauernden Vertrauens⸗ poſten unter dem Titel eines Freundes in der Noth empor zu ſchwingen; aber wie es war, ſo hatte Helmer ſeit dem unglücklichen Morgen nach ſeiner Mäcfehr auch