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Es ſoll recht nett werden, das kleine Zimmer! Morgen habe ich Alles in Ordnung.“
Die Hofräthin dachte eigentlich gar Nichts bei die⸗ ſer Umzugsmanie, die ſonſt wohl zu keiner ſonderbare⸗ ren Zeit hätte kommen können... Edith's vorhergegan⸗ gener Vorſchlag hatte ihrem Nachdenken mehr denn genug Stoff gegeben.
„Guten Morgen, liebe Mutter!“... Edith wollte ſich entfernen.
„Bleib noch einen Augenblick, mein Kind! Um⸗ arme mich und... vergib es mir, daß dieſer Mann jemals hieher kam! Gott blickt in dieſem Augenblicke in mein Herz und weiß, daß ich Vieles geben wollte, wenn... wenn...“
„Kein Wort mehr, Mutter! Wir wollen hoffen und warm zu Gott beten für das Glück und den Frieden des armen Hermann... Erreiche ich das Ziel— und ich will des ſtärkenden Glaubens leben— ſo habe ich Nichts zu beweinen.“
Edith umarmte ihre Mutter. Einen Augenblick ſpäter war die Hofräthin allein.
Floh aber Edith jetzt in die Einſamkeit ihres Zim⸗ mers, um ſich wirklich durch das Gebet zu ſtärken? Nein, ſie eilte mit fieberhaftem Ungeſtüm und Ungeduld an die Arbeit ihres Umzugs.
Mit aufrichtigem Herzen, mit heiliger und kraft⸗ voller Ueberzeugung wollte ſie Buße thun für ihre Sün⸗ den, welche in ihren Augen ſtets wuchſen. Dabei aber hatte ſie die fixe Idee erhalten, daß ihre Stärke am beſten unterhalten werden würde, wenn ſie in das er⸗ wähnte kleine Zimmer zöge, welches nicht allein die Eigenſchaft hatte, daß es unmittelbar neben der Biblio⸗ thek lag, in welcher Graf Hermann ſich am liebſten aufhielt, ſondern daneben auch ein Fenſter hatte, das einem gewiſſen Fenſter im rechten Flügelgebäude gegen⸗ über und in gleicher Höhe mit demſelben lag— wir meinen das Fenſter in Helmer's Arbeitszimmer.


