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tieferen Blick in mein Herz zu werfen, als ich bis jetzt
gewollt habe. Ja, ich glaube, daß ich liebe; wenn wir
das nun aber als abgemacht anſehen, ſo iſt es au
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eben ſo abgemacht, daß der Gegenſtand dieſes Gefühles
mir niemals näher kommen kann.“
„Wie?“
„Ich wage faſt zu ſagen, daß ich es nicht einmal wünſche, denn dieſes Mädchen kann wohl eine Lei⸗ denſchaft einflößen, aber nicht die tiefe und warme Achtung, die bei mir bei der Wahl einer Gattin die erſte Bedingung iſt.“
„Du machſt, daß ich zittere: alſo iſt es jene junge, etwas leichtſinnige Wittwe, von der Du geredet haſt? Ich geſtehe, ich hatte nicht geglaubt, daß ſie es wäre.“
„Sie iſt es auch in der That nicht; vielleicht aber habe ich die Frau von Y. zu ſtrenge beurtheilt. Sie
iſt zärtlich und kindiſch, vor allen Dingen jung und
unerfahren, ihr Herz aber iſt, wie ich glaube, unſchul⸗ dig und... und...“
„Sie liebt Dich?“
„Ja, das Feingefühl ſollte mir wohl gebieten, keinen ſolchen Schlußſatz zu ziehen; doch bei meiner Mutter kann ich dieſe Pflicht um ſo weniger beobachten, als ich eben in dieſer Sache mir Deinen Rath erbitten wollte.“
„So laß denn hören, mein Ernſt!“
„An dem Abende, da ich Deinen Brief erhielt, war
ich, verſteht ſich früher, in Geſellſchaft der Frau von Y. auf einem benachbarten Gute— wir waren dort zu Gevatter gebeten. Der Zufall fügte es ſo, daß ich auf
der Rückreiſe ihr Kutſcher wurde. Es hatte mich vorher etwas aufgeregt, heftig aufgeregt, und ich weiß nicht
ganz gewiß— denn ich befand mich auch borperli nicht wohl und hatte noch dazu viel getrunken— o
ich ihre unbewußte Aufrichtigkeit mit meiner gewöhn⸗
lichen, ruhigen Gleichgültigkeit behandelte.“ „Du weißt doch woh ſagteſt, was Dich bindet?“
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