Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1849)
Entstehung
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that. In dieſem Falle würde ich Dich nicht um Deinen Rath, ſondern um Deinen Segen bitten. Aber es war das erſte Mal in meinem Leben, daß ich mir dieſe Art von Galanterie erlaubte, welche ſo gefährlich und ſo unrecht iſt, beſonders wenn ſie einer Perſon gewidmet wird, deren eigene Gefühle derſelben eine ernſte Deutung geben können.

Ich bin weit entfernt, Dich zu entſchuldigen, mein Sohn, da Du das Bewußtſein von dem Unrichtigen in Deiner Handlung hatteſt; auf der andern Seite aber wäre es eine allzu theure Verguͤtung, wenn Du Deine Unvorſichtigkeit mit einer andern, noch größeren und gefährlicheren Unvorſichtigkeit bezahlen wollteſt.

Das meinſt Du, meine Mutter?

Ja, beſtimmt; aber ich glaube zugleich auch, weil Du mit Deinen Grundſätzen das Bedürfniß fühlteſt, Dich mit einem ſolchen Spiele zu zerſtreuen, ſo iſt nicht nur Etwas vorgefallen, das nicht allein Dein Blut in Gährung gebracht, ſondern auch Dein Herz tief gekränkt und verwundet hat. Und ich kann es leicht errathen, daß dieſe Kränkung von dem Mädchen ausgegangen iſt, welches Du im Stillen anbeteſt iſt es nicht ſo? hat ſie Dich nicht verletzt?

Verletzt? oh, das wäre eine Kleinigkeit: ſie hat mich beſchimpft, gedemüthigt, herabgeſetzt wenigſtens hat ſie das Alles gewollt. O, dieſes Mädchen ohne

Gefühle, ohne die Feinheit und Sanftmuth des Weibes!

Nein, ſie verdient nicht die Qualen, welche ſie mich ſchon

gekoſtet hat, obgleich ich, bei Gott, erſt jetzt recht fühle, was ich von ihrem Hochmuthe, ihrer Reizbarkeit, ihren zahlloſen Launen gelitten habe.

Mein Sohn, mein Ernſt, ſo heftig, Du, der immer die Ruhe ſelbſt war! Jetzt ſehe ich, daß meine Ver⸗ muthung mich nicht getäuſcht hat. Und die Macht dieſes jungen Mädchens über Dich iſt in der That groß. Doch verlaß mich nun, ich will in der Einſamkeit denken! Heute wollen wir auf dieſen Gegenſtand nicht weiter zurückkommen. 2