Vollkommen verſöhnt ſetzte ſich Barbro hin, um in guter Ruhe den Reſt ſelbſt zu expediren; denn ob⸗ gleich Barbro eine ſehr theilnehmende, treue und freund⸗ liche Seele war, ſo konnte ſie doch unmöglich einſehen, welchen Nutzen ihre kranke Herrin davon haben könnte, wenn ſie, Barbro, ſich auf die Bleiche gelegt hätte.“
„Ich wollte Dich ſo gerne über das Eine und das Andere fragen, das mir aus Deinen Briefen nicht ganz klar geworden iſt,“ ſagte die Mutter, welche jetzt, unterſtützt von den Kiſſen, die der Sohn für ſie geord⸗ net hatte, in halb aufrechter Lage ſaß;„zuvor aber ſollten wir vielleicht noch mit einigen Worten den Gegen⸗ ſtand berühren, den wir heute fruͤh abbrachen.“
„Wenn es Dich nur nicht allzu ſehr plagt, meine Mutter!“
O nein, Ernſt, dieſer Schmerz hat ſich gelegt! Dein Vater war immer ein guter Mann; aber er war ein Menſch, und... und fehlen iſt ſo menſchlich.“
„Ich kann ihn nicht vertheidigen, und das iſt das
Bitterſte für einen Sohn.“
„Du darfſt nichts mehr ſagen, Ernſt! Ich ſehe es Dir an, wie ſehr dieſe Erinnerungen Dich um meinet⸗ willen ſchmerzen. Und ich wollte Dir nur ſagen: als
Du ein Jahr nach dem Tode des Vaters nach n 4
gereist warſt, um die Verbeſſerungen kennen zu leinen, die Du ſpäter auf Torsholm einzuführen ſuchteſt, erhielt ich eines Tages einen Beſuch von einem noch jungen und im Aeußern anſtändigen Frauenzimmer, dne mit mir über geheime Angelegenheiten zu reden ver⸗ angte.“
Jadie Undankbare, welche mir das beſtimmteſte Ver⸗ ſprechen gegeben hatte, Dich niemals zu beunruhigen! Was konnte ſie als Grund dieſer Unverſchämtheit an⸗ führen?“
„Sie wollte meine Verzeihung anflehen, deren ſie,


