Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1849)
Entstehung
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Trennung bevorſtände. Und was iſt es auch eigentlich anders? Welche Sandkörner in der Ewigkeit ſind nicht einige Jahre des Erdenlebens!

Ich will ſtark ſein, Mutter, ich will es! Sieh mich jetzt an; er lächelte traurig, indem er ſich neben das Bett ſetzte,bin ich nicht jetzt gut?

Ja, ja, Deine Züge werden wieder gleichmäßig und klar; noch kann ich ſtolz ſein über meinen ſchönen Sohn wenn Du nur ein wenig an die Bedürfniſſe des Körpers denken wollteſt; aber Du haſt ſeit Deiner Ankunft noch gar nichts genoſſen. Gehe jetzt um mei⸗ netwillen zu Barbro und laß Dir etwas geben; hernach wollen wir plaudern, denn heute bin ich zum Verwun⸗ dern ſtark.

Mit einem Kopfnicken und einem Blicke, der mehr ſagte als Worte, ſtand Helmer wieder auf und ging in das Beſuchzimmer, wo Barbro jetzt einen Kaffeetiſch ſo fein und nett gedeckt hatte, wie Frau Helmer es ſelbſt an den Geburtstagen des Sohnes und wenn dieſer nach Hauſe kam, zu machen pflegte.

Ach, welche Gefühle ergriffen ihn bei den Erinne⸗ rungen, die jetzt erwachten!

Welches Geheimniß in einigen Geranien⸗ und Roſen⸗ blättern, die auf eine gewiſſe Weiſe gelegt ſind! Was Andern eine Kleinigkeit zu ſein ſcheint, das kann oft für uns die größten Schätze enthalten die Schätze des Herzens und der Liebe.

Ernſt Helmer's Thränen fielen wie Thau auf die friſchen Blätter..

Darauf kehrte er ſie zu Barbro's großem Schmerze und noch größerem Erſtaunen zuſammen, trank ihren wohlſchmeckenden Kaffee und von ihrem friſchen Waizenbrod mit einer Heftigkeit und Zerſtreutheit, daß kein Gedanke zum Lobe der guten Barbro übrig blieb.

Es war wohl nicht gut? fragte ſie, als ihr jun⸗ ger Herr den Tiſch verließ.

Ja, ſehr gut, ausgezeichnet gut! ſagte Ernſt mit einem freundlichen Blick.