Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1849)
Entstehung
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liche Frau noch in mehreren ſchmerzenfreien Tagen des Umganges ihres Sohnes genießen würde.

Alſo keine Hoffnung keine! Der tief erſchütterte junge Mann drückte die Hand des Arztes.Sie ſagte es mir heute Morgen ſelbſt ich ſah es ja auch; aber ich wollte weder ihren Worten, noch meinen eigenen Augen glauben: es gibt Dinge, die ſo bitter ſind, daß wir ſie nie glauben wollen.

Dennoch fühlen wir ſie nicht ſo bitter, entgegnete der theilnehmende Doctor,wenn wir den einfachen

Ausweg einſchlagen, ſie mit noch ſchlimmeren zu ver⸗

gleichen. Wenn Sie bei ihrer Ankunft das Haus leer gefunden hätten das wäre beinahe der Fall geweſen!

Der Himmel war gnädig gegen mich, und ich bin undankbar, daß ich es wage, zu klagen. Doch dieſe zärtliche Mutter war mein Alles. Sie erſetzte mir alle Bande, die ſchon gebrochen ſind; mit ihrem Hintritt brechen ſie von Neuem.

Der Doctor erwiederte nichts mit Worten, ſein Blick ruhte jedoch voller Theilnahme und Wärme auf dem hoffnungsloſen Sohne; darauf entfernte er ſich, um neue Gemälde in den Wohnungen des Leidens zu betrachten; Ernſt dagegen trat an das Bett der Mutter, um die lange Wache ſeiner Liebe zu beginnen.

Willkommen, mein Liebling! willkommen! ſagte ſie lächelnd.Ich fürchte, Du haſt ſchlecht geruht in dem Hauſe Deiner Mutter!

Ach, Mutter, wie ich ruhe, das iſt einerlei!

Armes Kind! ich ſehe, Du haſt mit dem Doctor geredet.

Er wendete das Geſicht hinweg.

Mein Ernſt! Du zeigteſt Dich immer männlich in Deinen häuslichen Bekümmerniſſen, jetzt fordere ich von Deiner Zärtlichkeit, daß Du Dich auch in der Beküm⸗ merniß des Herzens ſtark zeigſt. Dieſe Tage, die uns noch bleiben, können ſo angenehm werden, wenn Du ſie uns nur ſo genießen läſſeſt, als ob uns nur eine kurze