mehr, als ſeine Vernunft rechtfertigen konnte, wenn er ſich ſelbſt in Betrachtung zog.
Inzwiſchen war Mamſſell Hermina, auf deren Dank⸗ barkeit er einen ſo gerechten Anſpruch hätte haben ſollen, weit eutfernt, ſolche gegen ihn zu hegen.
Im Gegentheil: er zog ſich ihren Haß dadurch zu, daß er das Kapital wohlbedacht unter die Obhut eines Vormundes ſtellte. Die Eigennützige hatte aus dieſer Affaire ſelbſt den ganzen Gewinn ziehen wollen, und da dieſes nicht ging, ſo fühlte ſie ein Bedürfniß, ſich zu rächen, ein Vergnügen, hinter Ernſt's Rücken ihr ihm heilig gegebenes Verſprechen zu brechen, und durch das Verrathen des Geheimniſſes die noch übrigen Tage ſeiner Mutter zu verbittern.
Von dieſer Zeit an ſpeeculirte Ernſt Helmer unauf⸗ hörlich und ſtrengte ſich mit ſeinem von Natur feſten und nicht leicht niederzuſchlagenden Charakter auf alle nur erſinnliche Weiſe an, um einen Ausgang aus dieſem verworrenen Labyrinthe zu finden; wie er aber auch ſtrebte und Tag und Nacht arbeitete, er fand keinen Ariadnefaden.
Da kam nach drei erfolgloſen Jahren eine Periode des Mißmuthes und der Finſterniß.
Er ſah einen ſichern Untergang vor Augen, er fühlte ſich gereizt, gehetzt, gejagt von jenen tauſend⸗ köpfigen Plagegeiſtern, deren Macht nur derjenige recht verſteht, der ſelbſt, trotz aller Anſtrengung ſich aufrecht zu halten, den Abhang vom Reichthum zur Armuth herabgerollt iſt.
Ermüdet von den zahlloſen Mühen des Tages,
ſuchte er nun, wenn der Abend kam, den Spieltiſch, und es war nahe daran, daß der Reiz zu einer Leiden⸗ ſchaft geworden wäre, als die zärtliche, warnende Stimme der Mutter, welche nie ungehört verklang, ihn von einem Ruine zurückzog, der vielleicht tiefer hätte werden kön⸗ nen, als derjenige war, den der Leichtſinn des Vaters ihm bereitet hatte.
Mit wiederkehrender Kraft warf Helmer die ſchimpf⸗
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