Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

als Sohn geweſen iſt, der wird es auch als Gatte nicht weniger ſein....

Aber ſage mir, fiel Helmer ein, der das Letzte nicht gehört zu haben ſchien,ſage mir, geliebte Mutter, wie hat jene Perſon es wagen können, derjenigen, die ſte ſo ſchrecklich beleidigt hatte, unter die Augen zu treten denn nur ſie allein kann geredet haben, Doch dieſer Gegenſtand macht Dir Schmerz. Ich will lieber gar nichts wiſſen.

Jetzt vermag ich es Dir auch nicht zu erzählen, denn ich fühle mich ſchon ermattet! doch morgen. Ja, ſei ruhig, theurer Sohn! uns ſind noch mehrere Tage übrig, als Du mir vielleicht ſchenken kannſt.

Keine Macht reißt mich von hinnen! der Augenblicke, die uns beſcheert ſind, mögen wenige oder viele ſein.

Geh nur in das Nebenzimmer, mein Liebling, denn ich bedarf der Ruhe, um mein Glück recht ſammeln... und Gott recht inbrünſtig dafür danken zu können.

In ſeinen Kleidern warf Ernſt ſich in ſeinem Zim⸗ mer auf das Bett. Ein Gefühl inniger Glückſeligkeit kämpfte mit dem Schmerz.

Er ſtand vor den Augen der verehrten Mutter nicht länger im Schatten. Zwar wußte ſie, daß er nicht ohne menſchliche Schwächen, nicht ohne große Fehler war er legte Nachdruck auf das Wort große aber ſie wußte doch jetzt, daß er mit weit groößeren Schwierig⸗ keiten zu kämpfen gehabt hatte, als was die Welt ge⸗ ſehen hatte. Und ihre Achtung zu beſitzen, o, das war ihm mehr als alles Andere....

In den nachgelaſſenen Büchern des Vaters hatte Helmer entdeckt, daß ſchon während des Laufes der letz⸗ ten zwölf Jahre ein geheimer Kanal vorhanden gewe⸗ ſen ſein mußte, in welchen quartaliter bedeutende Sum⸗ men verſchwunden waren.

Da jedoch dieſe Summen immer nur unter der