Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1849)
Entstehung
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dem reſpectablen Hals des Kutſchers zu begraben daß dieſer ihn ſchnell von ſich zu Boden ſchleuderte mit einem:Aha, Du kleiner Satan! ich glaube gar, Du willſt mich erdroſſeln!

Als Primus ſich ſtolz wieder erheben wollte, ſo ſah

man, daß es ihm außerordentlich ſchwer wurde, ſeine Perſon aufrecht zu erhalten.

Ich muß ihn in den Wagen nehmen, ſagte Seüth

Nein, Fräulein, um Alles in der Welt nicht! Ich bin nicht im Stande rücklings zu fahren, da werde d0 ganz wirr in der Mütze!

Wäre es da nicht vielleicht das Beſte, wenn Sie, Herr Helmer, den von Primus verſchmähten Platz ein⸗ nehmen?

Helmer ſchien ſich einen Augenblick zu beſinnen; doch auch nur einen.

Darauf antwortete er ſcherzend:Nein, mein Fräu⸗ lein, ich wage es nicht auf mein Gewiſſen zu nehmen, Ihre Geduld ſo ſehr auf die Probe zu ſetzen; das konnte

ich ein anderes Mal entgelten müſſen. Ich weiß etwas Angemeſſeneres: Primus ſoll hier neben mir ſitzen, und

Jonsſon kann ſeinen Platz einnehmen.

Und dieſe Anordnung wurde getroffen zur größien Freude des Primus, welcher nicht wenig ſtolz ſeinen hohen Platz einnahm und ganz vornehm daſaß und die kleinen Füße baumeln ließ, während er mit Verachtung

zuſah, wie Jonsſon mit geheimem Verdruſſe hinten auf⸗ ſteigen mußte.

Mit tiefer, ärgerlicher, faſt erſtickender Bewegung

ſagte Edith zu ſich ſelbſt:

Welch ein Klotz!... Doch, das wußte ich ja ſchon! Dieſer Menſch hat, keine Seele, keinen Geiſt, keine Bildung, nicht einmal den allergeringſten Schwung; er hat nichts außer dieſer Schönheit, welche abgeſchmackt,

in wirklich ekelhaft wird, weil ſie ohne Leben iſt

dieſe plötzliche Ver⸗

wie ſehr verachte ich ihn! Aber es war eine Ehrenſache,