Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1849)
Entstehung
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boshafte Geſchöpf fort,daß eine andere gewiſſe Perſon ſie zur Reiſe veranlaßt.

Es war das erſte Mal, daß Mamſell Octavie es wagte, eine ſolche Anſpielung zu machen. Die Hof⸗ räthin jedoch, welche unmöglich errathen konnte, was die Gouvernante meinte, ſagte in einem gutmüthigen Tone:

Ich bin wirklich neugierig, zu vernehmen, wer das ſein kann, denn ſo viel ich weiß, habe ich den Mann noch nicht geſehen, welcher Edith vermocht hat, aus Liebe einen Entſchluß zu ändern alles Andere außer dieſem.

Mamſell Octavie ſchwieg, nahm aber eine Miene an, in welcher zwanzig Widerſprüche lagen.

Ich weiß, meine gute Octavie, fuhr die Hofräthin fort,daß Sie ein ſicheres Urtheil haben, und geſtehe, daß ich viel Vertrauen darauf ſetze; vielleicht aber bin ich ſelbſt auch nicht ganz bind, und ich habe in dieſer Beziehung gar nichts geſehen. Um damit anzufangen: wie wiſſen Sie, daß Edith reist? Ich meine, ſie kann ſich nicht gut ſo lächerlich machen, da ſie es einmal aus⸗ geſchlagen hat.

Wenn ſie es nun aber nicht ausgeſchlagen hätte?

Das war ja ganz ſicher.

Vielleicht iſt das noch ſicherer, was ich zu erzäh⸗ len habe.

So laſſen Sie hören!

Ich erfuhr geſtern im Pfarrhofe, ſie hätte ver⸗ ſprochen, zu kommen. Die Hausmamſell bei Baron G. hatte es erzählt und auch geſagt, Fräulein Edith würde

einem Rittmeiſter von Linden gegenüberſtehen.

Ach ſo, dem Couſin der Freiherrin! Ich habe von ihm gehört und weiß, daß er erwartet wird; doch von ihm kann auf keinen Fall die Rede ſein, da Edith ihn noch nicht einmal geſehen hat.

Verſteht ſich, nein!

So ſingen Sie denn aus, Mamſell Octavie, was Sie wiſſen; denn dieſes wird langweilig!

Es iſt meine Pflicht, mich zu aͤußern, da Ihro

Gnaden es ſo beſtimmt wünſchen! Inzwiſchen ſchmerzt