Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1849)
Entstehung
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würdig er übrigens ſein mochte mit der Liebe zu⸗ ſammengelegt, doch etwas Unbegreifliches war.

Ferner gab ſie ſich alle erdenkliche Mühe, um ſich ein eigenes Syſtem von Helmer's Geringheit zu bilden, ſowohl was ſeinen Verſtand, als auch was ſeine Bil⸗ dung und ſeine Lebensgewohnheiten betraf.

Je tiefer ſie ihn herabzuſetzen vermochte, deſto ge⸗ ringere Schwierigkeit machte es ihr, ſich zu überzeugen, daß der Enthuſiasmus, den er in ihr erweckte, von der⸗ ſelben Natur war, als derjenige, den ein Gemälde, ein Marmorbild oder ein Naturſtück, mit einem Worte Alles, worin die ideelle Schönheit ſich in dem kleinſten Detail offenbart, in ihr hervorgerufen haben würde. Ja, wäre es einer von den Arbeitern, einer von den Knechten ge⸗ weſen, der von der Natur mit eben dieſem göttlichen Geſchenk begabt geweſen wäre, ſo würde ſie ohne Zweifel ganz dieſelben Gefühle gehabt haben.

Beherrſcht von den unwiderſtehlichen, ſtets hin und her wankenden Gemüthsbewegungen, konnte ſie ihn bald nicht oft genug ſehen, bald dagegen ſeinen Anblick gar nicht ertragen. Und ein unſägliches Leiden war es für ſie, zu ſehen, mit welcher Faſſung, ja Gleichgültigkeit er ſich in alle ihre kindiſchen Aus⸗ und Einfälle fand, welche ſie zwar ſelbſt verabſcheute, aber dennoch nicht unterlaſſen konnte, weil ihre Kälte und ihr Stolz das einzige Bollwerk bildeten, hinter welchem ſie ſich zu ver⸗ ſchanzen wußte.

Seine Weigerung, ihr gegenüber Gevatter zu ſtehen, ſchrieb ſie anfänglich dem niedrigen, eigennützigen Be⸗ weggrunde zu, daß er ihrer Mutter gefallen wollte. Aber die Art, mit welcher er ſie während des Aktes in der Kirche betrachtet hatte, flößte ihr andere Gedanken

ein, bei welchen die erſte Vorſtellung von einer Ernies

drigung ihre Seele mit Blitzesſchnelligkeit berührte.

Wie kam es aber, daß dieſe Vorſtellung, anſtatt in ihr Hohn und Verachtung zu wecken, ihr Weſen durch⸗

bebte, als wäre ein Strahl vom Himmel dort einge⸗