Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

weinend vor dem Grabſteine antrafen, der Franz Stern⸗ felt's Staub bedeckte, war er auf Dagby eingetroffen und hatte ſeine alten Zimmer in Beſitz genommen.

Er hatte dieſe einſamen Stunden zu einem Beſuche gewählt, der durch die Blicke und die Gegenwart Ande⸗ rer nicht entweiht werden durfte; obgleich ſein Schmerz ſtill war, ſo war er dennoch jetzt groß, und um ſo größer, als das Leben zu Dagby nicht auf die Betrübniß hin⸗ deutete, welche er erwartet hatte. Onkel Janne, welcher ſo ſelten ungerecht war, vergaß die neunzehn Monate, welche verfloſſen waren, und daß er alſo kein Trauer⸗ haus treffen konnte.

In tiefen, wehmüthigen Gedanken, die ſämmtlich das Bild des Vorſtorbenen und das entflohene Leben zurückriefen, während welches keine Unfreundlichkeit, nicht die geringſte Kälte ihre Freundſchaft getruͤbt hatte, verträumte der Zurückgebliebene die Stunden.

Er dachte, wie er ſchon tauſendmal gethan hatte, ob wohl der Geiſt ſeines Franz ſich ihm nicht offenbaren könnte, ja er wünſchte es beinahe, und ein geheimniß⸗ voller Schauder durchbebte ſeine Seele. Doch wie lange er wartete, wie lange er umherſpähte über die vom Monde beleuchteten Gräber Alles verblieb ſtill.

Nein, ſeufzte der Trauernde,er kommt nicht! Ich bin dieſes Gluͤckes nicht würdig, und dennoch... dennoch...

Der gute alte Mann huldigte dem Glauben an die Verwandtſchaft der Todten mit der Sinnenwelt, wenig⸗ ſtens ſo lange, bis die Erde das Ihrige zurückgenom⸗ men hätte.

Der Tag begann anzubrechen, als Onkel Janne endlich aufſtand. Mit einem zärtlich weilenden Ab⸗ ſchiedsblick auf das Grab wiſchte er ſeine Thränen ab und wanderte langſam nach Hauſe.

Als er durch das Kirchhofthor hinaustrat, erhoben ſich aus dem Graſe plötzlich zwei Geſtalten, welche dort verborgen, ſtill und wartend gelegen hatten. Beide

ſpran Verdt

ſtreiff Jann

dung⸗ dern