Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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demüthige Zuneigung, wie ſolche im Charakter des ruſſi⸗ ſchen Volkes als ein ſchönes Eigenthum gegen alle wahr⸗ haft Frommen begründet iſt. Wenn auch die Erinnerun⸗ gen an ihre Vergangenheit nicht ganz erſtorben in ihrem Geiſte war, ſo ſtörten ſie doch nicht mehr ihren Frieden, den das Bewußtſein ihres edlen Thuns an den von Hilfe Verlaſſenen ihr errang; aber das Gerücht von der Ein⸗ bringung der Czarin Marina, ihrer ehemaligen Herrin, als Gefangene, griff tief in ihr Herz und ſie dankte dem Himmel, daß er ſie auf den Weg geführt, wo es ihr mög⸗ lich wurde, deren Tröſterin zu werden. Der Gefängniß⸗ wärter machte keine Schwierigkeit, ihr den Zutritt zu Ma⸗ rina zu geſtatten, er kannte ſie ja und wußte, daß ſie mit Genehmigung des hochwürdigſten Patriarchen kam. Welch entſetzliches Bild des wandelvollen Geſchickes bot ſich Praskowa's Augen im Anblick des Kerkers und ſeiner Bewohnerin! Man hatte alle Rückſichten gegen die Unglückliche fallen laſſen. Vier öde feuchte Mauern ſchloſſen ſie ein. Das Tageslicht ſtahl ſich mühſam durch ein kleines, dicht vergittertes, von Staub und Schmutz dick überdecktes Feuſter in den engen Raum, ſo daß das Auge ſich erſt an das herrſchende Grau gewöhnen mußte, um die hier befindlichen Gegenſtände zu erkennen. Ein roher Tiſch, eine Bank und ein Strohlager machten die ganze Einrichtung dieſes traurigen Ortes aus. Gebrochen an Geiſt und Leib blieb Marina bei ihrem Eintritte ohne