Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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die ſie unter heißen Thränen mit Küſſen bedeckte. Der Gruß, mit dem die arme aus Herz und Haus des Vaters geſtoßene Tochter die Schwelle ſeines Eigenthumes, in welchem ſie in ſchuldloſer Kindheit zur ſchönen Jungfrau aufgeblüht war, jetzt bei ihrer Rückkehr heiligte, wies von ſo tiefer Reue, von einem ſo wahrhaften Schmerze, daß die alte Nataſcha ſich davon durchſchauert fühlte und ſie laut weinend umarmte. Auf Beide geſtützt, wankte Pras⸗ kowa nach ihrem Stübchen; da war nichts, gar nichts verändert, Alles wie ehedem.. welche ſchöne Täuſchung für die ſo lange Verſchollene! Aber ſie fiel ihr ſchwer auf's Herz; denn die Erinnerung an Alles das, was ſie ſeit dem Tage, wo ſie das Vaterhaus flüchtig verlaſſen, erlebt hatte, trat in grellen Farben vor ihre Seele.

Der greiſe Pope von Dmitrow, dem Marina ſie übergeben, war zum Retter für ſie geworden. Nicht nur dem leiblichen Untergange, mit dem die Geburt eines todten Kindes ſie ſo augenſcheinlich bedrohte, hatte er ſie entriſſen, indem er ſie in die Pflege ſeiner Schweſter, einer würdigen Matrone, brachte, ſondern auch dem geiſtigen. Praskowa hatte kein Geheimniß vor ihm ge⸗ habt, und das milde vergebungsreiche Gemüth des Prie⸗ ſters führte ſie auf den Weg der Sühne in die väterlich rechtgläubige Kirche zurück. Hermogen, der Patriarch, ein Muſter von Frömmigkeit, den das damals lebende Volk als einen Heiligen verehrte, ſpendete ihr ſeinen Segen