Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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ſinn war nicht von Walujew gewichen; denn der von tief eingewurzelter Leidenſchaft des Haſſes und der Rache ſchwer verdüſterte Geiſt dieſes Mannes fand ſich nicht wieder zu klarem Denken; nur Momente waren es, wo ein helleres Schauen, ein vernunftvolles Auffaſſen ſich der ihn umfangenden geiſtigen Nacht entrang, aber bald wieder in deren Dunkel unterging. Dieſer Zuſtand, der die Fortſetzung ſeines Handels nicht erlaubte, hatte ihn allmählig in ein faſt kindiſches Träumen verſetzt, in dem das religiöſe Element, das jederzeit ſo bedeutendes Ueber⸗ gewicht in ſeinem Denken und Thun gehabt, auch jetzt noch den Mittelpunkt ſeiner wirren, meiſt unzuſammenhängen⸗ den Träumereien bildete. Aus dem reichen Walujew war im Laufe der Jahre ein Büßender geworden, wie ſie da⸗ mals zahlreich genug in Rußland exiſtirten und ſelbſt jetzt noch in einzelnen Individuen ſich daſelbſt erhalten haben, für deren Bezeichnung im Deutſchen kein paſſenderer Name alsKettenfakire zu finden ſein dürfte.

Wirren Sinnes ziehen dieſe Büßenden als Bettler umher und werden vom Volke, welches jederzeit das Un⸗ gewöhnliche anſtaunt, mit Ehrfurcht betrachtet. Allerlei Entbehrungen und Peinigungen ſich hingebend ſchlafen ſie ſtets auf dem nackten Boden, Holzſtücke oder Steine zum Kopfkiſſen nehmend; und damit ihre Selbſtmarter vollkommen ſei, tragen ſie eine eiſerne Kette von der Stärke derer, mit denen man in Rußland die Pferde an