Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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lenke getrennt hatte, deckte die weite grüne Steppe die Flucht des Mörders, deſſen blutiges Opfer die Kalugaer mit dem bei Czaren gewohnlichen Begräbnißceremoniell in ihrer Kathedrale beiſetzten.

Preis gegeben ihren Feinden blieb Marina nichts übrig, als auf ihre eigene Kraft zu vertrauen. Sie nahm den bereits von ihrem Gemahle gefaßten Plan, in Aſtra⸗ chan ſich feſtzuſetzen und dort ein unabhängiges Fürſten⸗ thum für ihren Czarewitſch zu gründen, mit dem Muthe einer Verzweifelnden auf, welche ſelbſt im ungünſtigſten Falle nichts mehr verlieren kann, als ſie ſchon verloren hat. Geſtützt auf die Treue des Koſaken⸗Atamans Za⸗ rucki, eines der eifrigſten Anhänger ihres gemordeten Ge⸗ mahls, verließ ſie mit ihrem Sohne Kaluga und durch⸗ eilte nun, umringt von einer wilden beuteſüchtigen Koſa⸗ kenſchaar, die Steppen des ſüdlichen Rußland's, um dort das Volk zu den Waffen zu rufen.

Welch ſeltſames Verhängniß laſtete auf ihr! Sie hatte das Vaterhaus, in welchem ihr Wille der gebieten⸗ de geweſen, mit dem Czarenpalaſte in Kreml vertauſcht. Den Freuden entriſſen, welche Glanz und Pracht einer Herrſcherkrone zu bieten vermögen, büßte ſie den kurzen Wonnerauſch geſchmeichelten Stolzes und einer zur Spiitze getriebenen Eitelkeit im entwürdigenden Gefängniß, wo ihr kaum ſo viel geblieben war, ihre Bloͤße zu decken. Das kleine Herrenhaus von Tuſchino hatte ſie alle die